Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.
Nachberichte zu Veranstaltungen 28.04.2015 print

50 Jahre Praxisforschung für eine gesamte Industrie

Am 24. März 1965 wurde die Forschungsvereinigung Kalk-Sand e.V. (FVKS) in Hannover gegründet. Dieses Jubiläum feierten 50 Jahre später, am 24. März 2015, ebenso in Hannover rund 100 Vertreter aus Industrie, Hochschullehre und Forschung.

„Die Entwicklung der deutschen Kalksandsteinindustrie wurde maßgeblich durch die Forschungsvereinigung begleitet. Sie hat den Grundstein für viele erfolgreiche Innovationen in der Branche gelegt“, resümiert Bernhard Göcking, Vorstandsvorsitzender der FVKS und Kalksandstein-Unternehmer, in seinem Grußwort zum Beginn der Veranstaltung.

Yvonne Karmann-Proppert, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF), die für die Vergabe von jährlich rund 500 Millionen Euro Forschungsgelder des Bundeswirtschaftsministeriums für den deutschen Mittelstand verantwortlich zeichnet, schloss sich den Ausführungen Göckings an und betonte die Bedeutung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF): „Die IGF ist eine tragende Säule der deutschen Mittelstandsförderung. Sie schlägt eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und wirtschaftlicher Anwendung und bietet dem innovativen Mittelstand eine gezielte Förderung.“

Einen Blick über den Tellerrand und in die Entwicklung im Bereich der Fassadengestaltung wagte Professor Ulrich Knaack von der Technischen Universität Darmstadt. Seiner Meinung nach wird das Thema Rapid Prototyping – auch 3D-Druck genannt – in den kommenden Jahren eine große Rolle auch in der Baustoffindustrie spielen. „In China spuckt ein 3D-Drucker bereits heute Häuser wie am Fließband aus. In nur zwei Tagen wird eine Villa mit 1.100 Quadratmeter Wohnfläche gedruckt. Sein Erfinder tönt von einer Revolution in der Bauindustrie. Und das ist nur der Anfang. Die Potenziale in diesem Bereich sind immens“, prognostiziert Knaack.

Blickt man zurück auf fünf Jahrzehnte Forschungsvereinigung, lassen sich beispielsweise das Thema Recycling von Kalksandstein und der Bereich Nachhaltigkeit als zentrale Kernkompetenzen identifizieren.

Zwei aktuelle Forschungsvorhaben sind dabei sehr interessant:

  • Im Labor wurde der Einsatz von Kalksandstein-Abbruchmaterial als Tragschicht im Straßenbau getestet. Die Ergebnisse sind so Erfolg versprechend, dass nun in der nächsten Stufe eine echte Erprobungsstrecke für den Test unter Realbedingungen gebaut wird.
  • Erforscht  wird ebenso, ob recycelter Kalksandstein als Abdeckung für Deponien genutzt werden kann. Der Clou dabei: Das in der Deponie entstehende Methangas reagiert mit dem Kalksandstein-Material und über natürliche chemische Prozesse wird das schädliche Gas neutralisiert.

Weitere Informationen zur Forschungsvereinigung erhalten Sie hier.

 

Fachsimpeln beim Rundgang durch die Labore der Forschungsvereinigung Kalk-Sand e. V. (FVKS): von links nach rechts, Professor Ulrich Knaack (Technische Universität Darmstadt), Dr. Wolfgang Eden (Leiter der FVKS), Yvonne Karmann-Proppert (Präsidentin der AiF) und Bernhard Göcking (Vorstandsvorsitzender der FVKS und Kalksandsteinunternehmer)

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