Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.

Arbeitsvorbereitung / Baustelleneinrichtung

Der Erfolg einer Baustelle hängt in starkem Maß von der Qualität der Arbeitsplanung und Arbeitsvorbereitung ab. Auf den Baustellen, in den Betrieben und in den Planungsbüros geht es darum, für stetigen Material- und Arbeitsfluss zu sorgen.

Regeln für effiziente Arbeitsvorbereitung

Diese Empfehlungen können Bauherren, Planern und ausführenden Unternehmen helfen, die Arbeit auf der Baustelle rational und sicher zu organisieren:

  • Objekt in Ausführungsabschnitte einteilen
  • Materialbedarfslisten erstellen, unterteilt nach Ausführungsabschnitten 
    (Diese können Baustoffhändler und Polier erhalten, so dass der Abruf direkt erfolgen kann.)
  • Rechtzeitig die richtigen Mengen abrufen
  • Arbeitshilfen einsetzen, zum Beispiel Kurbelböcke, Arbeitsbühnen oder Rollgerüste, um Kontinuität und Produktivität zu sichern 
    (Ein Maurer leistet bei der Vermauerung mit Hand mit geringster Anstrengung die größte Menge, wenn die Arbeitshöhe zwischen 60 und 90 cm über Tritthöhe ist.)
  • Richtiges, überlegtes Abstellen der Mauersteine und Mörtelkübel an der Arbeitsstelle.
  • Kübel 40 cm hoch über Trittfläche aufbocken, um unnötige Bewegungen und Ermüdung zu vermeiden.
  • Mauerlehren für das Anlegen von Ecken und Öffnungen einsetzen 
    (So kann die ständige Unterbrechung des Arbeitsrhythmus durch das Benutzen der Wasserwaage zu vermeiden werden.)
  • Wahl der jeweiligen Mauertechnik und der Steinformate in Abhängigkeit von Gebäudeart und -größe, Platzangebot für Versetzgeräte und Wandzuschnitt.

Baustellenorganisation

Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Material. Das ist ein Geheimnis des Baustellenerfolgs. Deshalb ist nur so viel Material am Verarbeitungsort bereitzustellen, z.B. auf der Zwischendecke, wie gerade benötigt wird. Unnötige Materialtransporte und damit verbundene Umschlagzeiten kosten Zeit und Geld. Deshalb ist es vorteilhaft, die Materialien möglichst nah am Verarbeitungsort abzulagern. Zwischentransporte lassen sich dann auf ein Minimum reduzieren.

Bei beengten Baustellen, wie z.B. bei Lückenbebauungen im Stadtkern, lassen sich allerdings solche Mehrarbeiten nicht immer vermeiden. Umso wichtiger ist auch hier die Vorplanung in der Arbeitsvorbereitung und die Organisation vor Ort durch den Polier.

Auch beim Personaleinsatz kann weniger mehr sein. Geräteeinsatz und Personalbedarf sind deshalb aufeinander abzustimmen. Beim Mauern mit Versetzgerät z.B. ist zu entscheiden, ob im Zwei-Mann-Team gearbeitet wird oder das Ein-Mann-Mauern erfolgt. Mehr als zwei Maurer je Gerät sind  unwirtschaftlich und senken die Arbeitsleistung.

Eine aufgeräumte Baustelle ist die beste Werbung

Hinweise für die Lagerung von Baumaterial auf der Baustelle
  • Lagerung auf ebenem und tragfähigem Untergrund, z.B. auf Bohlengelege
  • Ausreichend Abstand zu Böschungen einhalten
  • Materialstapel gegen Umsturz sichern
  • Steine und Mörtel durch Abdecken der Materialstapel, z.B. mit Folien, vor Durchnässung, Eis und Schnee schützen. Anfallendes Regenwasser vom Materiallager ableiten.
  • Bei der Lagerung auf Decken ggf. Montagestützen setzen. In jedem Fall mit der Bauleitung abstimmen.
  • Die Lagerung im Schwenkbereich des Kranes ist wirtschaftlich.

Montagestützen sind bei der Zwischenlagerung auf den Decken ggf. erforderlich.

Anzeichnen von Steinstapeln und Mörtelkübeln am Verarbeitungsort

Arbeitsraum

Der Arbeitsraum ist so zu gestalten, dass ausreichend Bewegungsspielraum für den Maurer sowie für eine „Rolltreppe“ verbleibt. Optimal werden Steinstapel und Mörtelkübel so platziert, dass ein Arbeitsraum von ca. 1,20 m zwischen Materialstapel und der aufzumauernden Wand verbleibt. Bei größeren Abständen steigt die Belastung des Maurers an, bei kleineren Abständen wird der Bewegungsspielraum des Maurers eingeschränkt sowie das Aufstellen der Gerüste erschwert.

Optimale Baustellenorganisation

Beim Mauern mit Versetzgerät ist darauf zu achten, dass das Versetzgerät parallel zur Wand verfahrbar ist. Die kürzesten Taktzeiten werden erzielt, wenn die Steinpakete zwischen Versetzgerät und Mauer abgestellt werden. Somit werden unnötige Schwenkzeiten vermieden.

Die Reihenfolge, in der die Wände erstellt werden, ist in der Arbeitsvorbereitung sinnvoll festzulegen. Die Verfahrbarkeit des Versetzgerätes von einem Raum zum nächsten ist dann sichergestellt. Die Kimmschichten werden i.d.R. vorab erstellt. Um das Versetzgerät auch dann noch verfahren zu können, sind in der Kimmschicht Lücken für das Versetzgerät vorzusehen.

Das Versetzgerät lässt sich optimal verfahren, wenn es hinter den Steinstapeln aufgebaut wird.

Nach dem Umsetzen des Versetzgerätes werden die Lücken in der Kimmschicht geschlossen.

Transportkette

Die Transportkette beginnt im Kalksandsteinwerk mit der Verladung der Steinstapel und des Zubehörs. Bei Anlieferung an der Baustelle sind Wege und Lagerplätze entsprechend frei zu halten. Verkehrsbehinderungen, wie z.B. unbefestigte Wege, enge Durchfahrten oder enge Kurven im Baustellenumfeld, sollten deshalb im Vorfeld zwischen Baustelle und Kalksandsteinwerk geklärt sein.Die Lagerplätze werden von der Baustelle rechtzeitig vorher vorbereitet. Die Abladung erfolgt an dem vom Bauleiter oder Polier bezeichneten Ort.

Beim Transport auf der Baustelle sind die gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften einzuhalten. Insbesondere die UVV „Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb“ (VBG 9a) ist zu beachten. 

Für den Transport bieten sich folgende Möglichkeiten an:

  • Vom Werk zur Baustelle: mit Lkw auf Paletten (mit oder ohne Folie) oder als Paket mit Bandagierung; Anfahrtmöglichkeit für große und schwere Lkw schaffen
  • Innerhalb der Baustelle mit:
    • Baustellenkran und Steinkorb oder
    • Hubwagen/Gabelstapler für den bodennahen Transport

Transport auf der Baustelle mit Baustellenkran und geeigneten Steinkörben

Baustellentransport von Kimmschichtmörtel mit dem Mörtelwagen

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