Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV

Außenwände

Erforderliche Schalldämm-Maße von Kombinationen von Außenwänden und Fenstern.

Anforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen.

Die in der Tafel angegebenen, erforderlichen bewerteten Schalldämm-Maße erf. R’w sind in Abhängigkeit vom jeweiligen Verhältnis der gesamten Außenfläche Flächen von Wand und Fenster) Aw eines Raumes zu seiner Grundfläche AG zu erhöhen oder abzumindern. Für Wohngebäude mit üblichen Raumhöhen von etwa 2,5 m und Raumtiefen von etwa 4,5 m darf ohne besonderen Nachweis ein Abschlag von -2 dB berücksichtigt werden.

Da die Anforderungen an das resultierende Schalldämm-Maß R’w,res gestellt werden, können sie bei einer Außenwand mit Fenster durch verschiedene Kombinationen der Schalldämmungen von Wand und Fenster erfüllt werden. Wird beispielsweise eine Wand mit hoher Schalldämmung gewählt, braucht das Fenster nur eine relativ geringe Schalldämmung zu haben; dabei sind jedoch die Flächenanteile von Wand und Fenster zu berücksichtigen.

Für Räume in Wohngebäuden

• üblicher Raumhöhe von etwa 2,5 m,
• einer Raumtiefe von etwa 4,5 m und mehr und
• 10 bis 60 % Fensterflächenanteil

gelten die Anforderungen an das resultierende Schalldämm-Maß erf. R‘w,res als erfüllt, wenn bei den in der Tafel angegebenen Kombinationen die Einzel-Schalldämm- Maße für Fenster und Wand jeweils einzeln eingehalten werden.

Schalldämmung der einschaligen, massiven Wand ohne und mit WDVS.

Wärmedämmverbundsystem als Feder-Masse-System.

Außenlärm: tieffrequent oder hochfrequent?

In zahlreichen Fällen tritt durch WDVS eine Verschlechterung des Schalldämm-Maßes auf, bei entsprechender Dimensionierung sind vielfach allerdings auch Verbesserungen möglich. Wie soll nun das WDVS dimensioniert werden? Nach derzeitigem Verständnis erscheint es sinnvoll, ein möglichst hohes bewertetes Schalldämm-Maß anzustreben. Für die praktische Anwendung stellt sich die Situation jedoch etwas komplizierter dar. Ob das gewählte WDVS den Schallschutz gegen Außenlärm tatsächlich verbessern kann, hängt auch von der konkreten Lärmsituation ab. Innerstädtischer Verkehrslärm z.B. hat seine dominierenden Geräuschanteile eher bei tiefen Frequenzen).

Eine tief liegende Resonanzfrequenz – die ansonsten gewünscht wird – kann dann zur Erhöhung des über die gedämmte Außenwand übertragenen Schalls führen. Die Geräuschsituation im Gebäude wird entgegen den Erwartungen möglicherweise schlechter. Hier kann ein – eigentlich als ungünstiger bewertetes – WDVS mit härteren Dämmschichten im Endergebnis zu einem günstigeren Gesamtresultat führen.

Umgekehrt sind die Verhältnisse jedoch, wenn der vor der Außenwand anstehende Lärm durch mittlere und höhere Frequenzen geprägt wird (z.B. Schienenverkehrslärm, Straßenverkehr bei hohen Geschwindigkeiten). Hier sind dann tatsächlich die WDVS mit weichen Dämmschichten auch im Endresultat günstiger.

reale Minderung von tieffrequentem Außenlärm.
blaue Kurve: WDVS hoch abgestimmt (günstig)
rote Kurve: WDVS tief abgestimmt (ungünstig)

reale Minderung von hochfrequentem Außenlärm.
blaue Kurve: WDVS hoch abgestimmt (ungünstig)
rote Kurve: WDVS tief abgestimmt (günstig)

KS-Lexikon

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