Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV

Austrocknung

Generell ist in der Austrocknungsphase zu beachten, dass ein erheblicher Teil der Baufeuchte nicht nur an die Außenluft sondern auch an den Innenraum abgegeben wird. In dieser Zeit ist es daher erforderlich, den Luftwechsel zu erhöhen, um die Baufeuchte über Lüftung nach außen abzuführen.

Für die Austrocknung von Innenwänden können nach einer Veröffentlichung von Schubert näherungsweise folgende Anhaltswerte für KS-Mauerwerk genannt werden:

  • d = 11,5 cm : 3 bis 6 Monate,
    d = 24 cm : bis 12 Monate.
  • Die Untersuchungen wurden unter ungünstigen Klimarandbedingungen durchgeführt (20 °C/65% rel. Luftfeuchte). Bei Lochsteinen sowie bei praxisgerechten Klimarandbedingungen sind deutlich kürzere Austrocknungszeiten zu erwarten.

Diese Untersuchungen von Schubert werden weitgehend bestätigt durch eigene Austrocknungsversuche neueren Datums, in die auch Innenputze mit einbezogen werden. Bei den verwendeten Dispersionsputzen war der Ausgangsfeuchtezustand mit ca. 6 Masse-% festgelegt worden.

Einfluss von Putzen auf das Austrocknungsverhalten von Kalksandsteinen (Austrocknung über zwei Flächen, Klima: 20° C/65% rel. F.).

Untersuchungen von Künzel (Zeitschrift Bauphysik, Heft 1/2000) belegen:

  • Die Austrocknungszeit von KS-Außenwänden liegt im Bereich von monolithischen Außenwänden.
  • Im Unterschied zu monolithischen Wänden ist der Wärmeschutz von funktionsgetrennten KS-Außenwänden aber sofort voll wirksam.
  • KS-Thermohaut mit Mineralwolle trocknet noch schneller aus.
  • Wärmedämmendes Mauerwerk mit WDVS auf Basis EPS-Hartschaum verhält sich wesentlich ungünstiger. Mit lang anhaltender Baufeuchte ist zu rechnen.
  • Generell ist zu beachten, dass ein erheblicher Teil der Baufeuchte nach innen austrocknet. Daher in dieser Zeit Luftwechsel erhöhen.

Heizwärmebedarf bei Gebäuden mit monolithischen Außenwände mit bzw. ohne Baufeuchte. In der Austrocknungsphase (2 bis 3 Jahre) kann der Heizwärmebedarf um bis zu 30% erhöht sein.

KS-Lexikon

Infomaterial