Dünnlagenputze
Kalksandsteine werden heute mit hoher Maßgenauigkeit hergestellt. Bei fachgerechter Verarbeitung kann mit KS-Plansteinen und großformatigen KS XL planebenes Mauerwerk hergestellt werden. Für die Herstellung einer ebenen Wandoberfläche genügt eine dünne Putzschicht. Hierzu bieten die Putzhersteller besondere Dünnlagenputze an.
Der Dünnlagenputz dient in der Regel als Untergrund für eine Tapete. Soll die Wandfläche nur angestrichen werden, wird empfohlen, neben anderen Maßnahmen den dünnen Putz in zwei Schichten aufzutragen. Die Angaben der Putzhersteller sind zu beachten.
Weitere Informationen sind dem Merkblatt „Dünnlagenputz im Innenbereich", Hrsg. Deutscher Stuckgewerbebund, zu entnehmen.
Putzdicke
Die mittlere Dicke von Dünnlagenputzen beträgt 5 mm. An der dünnsten Stelle ist eine Mindestdicke von 3 mm einzuhalten.

Putzgrund
Der Putzgrund für Dünnlagenputze ist meist KS-Plansteinmauerwerk, z.B. KS XL.
Mit Dünnlagenputzen können Unebenheiten im Untergrund bis zu 3 mm ausgeglichen werden. Größere Unebenheiten erfordern größere Putzdicken und gefährden die Wirtschaftlichkeit dieser Putze. Die Ebenheitstoleranzen der DIN 18202 müssen also deutlich unterschritten werden.
Untergrundvorbereitung
Die Putzgrundvorbehandlung bei Dünnlagenputzen erfordert eine größere Sorgfalt. So müssen überstehende Fugenmörtel oder von Betondecken ablaufende Zementsteinläufer, so genannte Betonnasen, entfernt werden.
Bei Dünnlagenputzen sollten Ausbrüche aus dem Stein > 3 mm und eingezogene Fugen vor dem Putzauftrag fachgerecht geschlossen werden. Schlitze für Elektro- oder Sanitärleitungen müssen ebenfalls vorab mit Mörtel verschlossen werden. Dabei ist auf die notwendigen Trocknungszeiten zu achten.
Eine besondere Vorbehandlung des Putzgrundes ist bei gleichmäßig saugendem Kalksandsteinmauerwerk nicht erforderlich. Bei ungünstiger Witterung oder bei unterschiedlich saugendem Putzgrund kann der Auftrag einer Aufbrennsperre sinnvoll sein. Die Empfehlungen der Putzhersteller sind zu beachten.

Verarbeitung
Auf den fachgerecht vorbereiteten Putzgrund wird der Dünnlagenputz von Hand oder mit der Maschine aufgebracht. Die Herstellerangaben zur Verarbeitung und zur Maschinentechnik sind zu beachten. Bei Materialwechsel im Putzgrund müssen Putzbewehrungen eingearbeitet werden. Die Laibungen von Fenstern und Türen sind vor dem Verputzen der Wandflächen herzustellen.
Bei besonders langen Wänden können Formänderungen im Mauerwerk auftreten die sich dann auf der Putzoberfläche zeigen. In diesen Fällen sind Bewegungsfugen im Mauerwerk auszubilden, die in der Putzschicht mit geeigneten Profilen überdeckt werden. 
Dünnlagenputz: Beispielhafte Ausbildung der Türzarge.