Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.

Keller und Kellerwände

Keller aus Kalksandstein haben sich seit Jahrzehnten bewährt.
Kalksandsteinwände sind hervorragend geeignet als Kelleraußenwand oder Kellerinnenwand. Hohe Tragfähigkeit, Robustheit und wirtschaftliches Arbeiten machen den Kalksandstein für Kellerwände besonders attraktiv.

Hauswirtschaftsraum

Hobby- und Freizeitraum

Gestaltungsmöglichkeiten

Zehn Argumente für Keller aus Kalksandstein

In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Verzicht auf den Keller als vermeintliches Einsparpotential für kostengünstiges Bauen angeführt. Vergleichsrechnungen ergaben, dass im Keller die günstigsten Räume entstehen. Ein Keller ist nicht nachrüstbar. Mit ca. 5 % Mehrkosten werden 35 % mehr Nutzfläche geschaffen. Während Aufenthaltsräume im Kellergeschoss mit ca. 200 €/m² zu Buche schlagen, sind sie im Obergeschoss mit 1.200 €/m² zu veranschlagen. Ohne Keller sind Ersatzräume für Hauswirtschafts- und Technikräume oder Lager und Abstellräume erforderlich. Beim Kostenvergleich ist dies zu berücksichtigen. Ein Keller steigert nicht nur den Nutzwert, sondern auch den Wiederverkaufswert der Immobilie.

Wertentwicklung unterkellerter Gebäude

Vermarktungschancen unterkellerter Gebäude

Kalksandstein-Keller sind sicher. Das Mauerwerk ist hochbelastbar und hervorragender Untergrund für alle Abdichtungsstoffe. Die Abdichtung erfolgt durch qualifizierte Verarbeiter mit Bahnen oder Dickbeschichtungen nach DIN 18195. Die Wände werden damit nicht nur wasserundurchlässig, sondern wasserdicht. Hochwertige Nutzungsmöglichkeiten – bis hin zu Wohnräumen – und angenehmes Raumklima sind bei Kalksandstein- Kellern mit Abdichtung und Perimeterdämmung möglich.

Keller aus Kalksandstein sind für alle Abdichtungsarten geeignet.

Nutzung

Ein Kellergeschoss bietet erheblichen Mehrwert. Der Grundflächenbedarf wird bei der Planung des Kellergeschosses nicht erhöht – bei gleicher Grundstücksgröße lässt sich somit mehr Wohn- und Nutzfläche herstellen. Die Baukosten für das Kellergeschoss sind zwar höher als die Erstellung einer einfachen Bodenplatte. Dennoch sind Kellergeschosse die günstigsten Räume des Hauses, wenn man die ohnehin anfallenden Kosten für die Gründung richtig berücksichtigt. Bei einem Kellergeschoss kann im Regelfall die Gründung flacher erfolgen als bei einem Bauwerk ohne Keller. Unterkellerte Häuser sind immer frostsicher gegründet.

Im Neubau werden an Kellerräume höhere Ansprüche als früher gestellt. Ob als hochwertiger Aufenthaltsraum (Wohnraum, Büro etc.), Abstellraum (Lagerraum) oder sonstige Räume (Gastwirtschaft, Arztpraxis etc.) – Durchfeuchtungen im Keller sind nicht hinnehmbar.

Die Baustoffindustrie hat deshalb Abdichtungsstoffe und -verfahren entwickelt, die das Wasser wirksam von den Kellerwänden fernhalten. Der wasserdichte Keller – Grundvoraussetzung für eine hochwertige Nutzung – ist damit möglich. Die Abdichtung von nicht wasserdichten Bauwerken oder Bauteilen, wie z.B. Kellermauerwerk, erfolgt üblicherweise nach DIN 18195.

Je nach Gebäudetyp wird das Kellergeschoss unterschiedlich genutzt:

  • Bei Reihenhäusern, ist die überbaute Grundfläche deutlich kleiner als bei jedem anderen Gebäudetyp. Abstell- und Lagerräume sowie Räume für Hausanschluss, Heizung und Waschmaschine werden daher ideal im Keller angeordnet.
  • Bei freistehenden Einfamilien- und Doppelhäusern bleibt neben den Nutz- und Technikräumen auch genug Platz für Freizeiträume, wie z.B. Werkraum, Partykeller, Sauna etc. Die zusätzliche Raumreserve,
  • z.B. für ein Jugendzimmer, lässt sich auch später noch aktivieren.

Bei mehrgeschossigen Wohngebäuden dienen Keller in der Regel als Abstellraum und Technikräume. Ein Abstellraum im Keller ist in der Regel leichter erreichbar als ein Abstellraum im Dachgeschoss. Neben dem Abstellraum für jede Wohnung werden im Kellergeschoss auch Gemeinschaftsräume, wie z.B. Heizraum, Wäsche- und Trockenraum oder Abstellräume für Fahrräder und Gartengeräte angeordnet.

Oberflächen im Innenbereich von Kellern

In hochwertig genutzten Kellerräumen werden die gleichen Oberflächenanforderungen gestellt wie in den darüber liegenden Geschossen. Die Oberflächen solcher Räume werden daher im Regelfall geputzt oder als Sichtmauerwerk ausgeführt.

Für untergeordnete Kellerräume, wie z.B. Abstellräume, wird meist sichtbares Mauerwerk bevorzugt – zum Teil deckend weiß gestrichen. Dabei sind viele Varianten denkbar. Somit lassen sich alle individuellen Wünsche erfüllen.

Die Ausführung der KS-Wände kann zum Beispiel erfolgen als:

  • Sichtbares Mauerwerk aus klein- oder mittelformatigen KS-Steinen – naturbelassen.
  • Sichtbares Mauerwerk aus KS-R-Blocksteinen ohne Stoßfugenvermörtelung, deckend gestrichen. KS-R-Blocksteine werden von Hand oder mit Versetzgerät verarbeitet.
  • Sichtbares Mauerwerk aus KS-R-Blocksteinen, jedoch mit Stoßfugenvermörtelung; Verarbeitung nur von Hand; deckend weiß gestrichen – der rustikale Charakter der Sichtflächen wird bei dieser Ausführung betont.
  • Sichtbares Mauerwerk aus KS-Plansteinen KS-R P/KS XL ohne Stoßfugenvermörtelung. Die hohe Maßgenauigkeit der Plansteine (± 1 mm) ermöglicht besonders ebenflächiges und sauberes Mauerwerk. Stoß- und Lagerfugen treten optisch in den Hintergrund.
  • Sichtmauerwerk aus KS-Fasensteinen. Der Fasenstein bietet durch die umlaufende Fase eine unverwechselbare Optik.
  • Hochwertiges Sichtmauerwerk aus KS-Verblendern mit glatter oder strukturierter Oberfläche mit Stoßfugenvermörtelung.
  • Mit Dickputzen (d ≥ 10 mm) verputztes Mauerwerk.
  • Mit Dünnlagenputzen (d ≥ 5 mm) verputztes Mauerwerk aus KS-Plansteinen KS-R P/KS XL.
  • Verschlämmtes Mauerwerk ohne Anforderungen an die flächenfertige Wand.

Kalksandsteinmauerwerk:
mit rustikalem Aussehen

als kleinformatiges Sichtmauerwerk       

verputzt

Musterbauordnung – Baurecht

Die Nutzungsmöglichkeiten und weitere Angaben zum Kellerbau finden sich auch in den einzelnen Landesbauordnungen. Die Landesbauordnungen orientieren sich an der Musterbauordnung (MBO)

In Abhängigkeit von der Nutzung werden Kellerräume nach Musterbauordnung unterschieden in:

  • Aufenthaltsräume
  • Abstellräume
  • sonstige Räume

Kellergeschosse liegen nach Musterbauordnung vor, wenn ihre Deckenoberkanten im Mittel um maximal 1,40 m über die Geländeoberfläche hinausragen. Geschosse, deren Deckenoberkante mehr als 1,40 m über Geländeoberfläche hinausragen – teilweise als Hochkeller bezeichnet –, sind wie oberirdische Geschosse zu betrachten.

Nach MBO handelt es sich um Kellergeschosse wenn die Deckenoberkante im Mittel um ≥1,40 m über die Geländeoberfläche hinausragt.

Aufenthaltsräume
sind in der MBO wie folgt definiert:

  • Räume, die nicht nur vorübergehend zum Aufenthalt von Menschen geeignet sind.
  • Die lichte Raumhöhe beträgt ≥ 2,40 m. Bei Gebäuden der Gebäudeklasse 1 und 2, deren Fußbodenoberkante im obersten Geschoss nicht höher als 7 m ist und die nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt 400 m² aufweist  sind Ausnahmen möglich.
  • Eine ausreichende Belüftung ist sicherzustellen.
  • Die Räume sind mit Tageslicht belichtet – das Rohbaumaß der Fensteröffnungen muss dabei mindestens 1/8 der Netto- Grundfläche des Raumes aufweisen.
  • Aufenthaltsräume, deren Nutzung eine Belichtung mit Tageslicht verbietet, sowie Verkaufsräume, Schank- und Speisegaststätten, ärztliche Behandlungs-, Sport-, Spiel-, Werk- und ähnliche Räume, sind auch ohne Fenster zulässig.

Möglichkeiten der Belichtung von Aufenthaltsräumen im Keller:

Hochkeller – Kellerfenster oberhalb Geländeoberkante

Kellerfenster an abgeböschter Geländekante

Lichtschacht – Kellerfenster unterhalb Geländeoberkante

Abstellräume
Abstellräume für Kinderwagen und Fahrräder müssen nach MBO in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 3 bis 5 mit mehr als zwei Nutzungseinheiten leicht erreichbar und gut zugänglich sein. Für jede Wohnung muss zusätzlich ein ausreichend großer Abstellraum vorhanden sein.

Sonstige Räume
sind zum Beispiel: Heizräume, Lagerräume, Werkräume, Verkaufsräume, Schank- und Speisegaststätten, ärztliche Behandlungsräume, Sporträume, Spielräume.

Wärmeschutz von Kelleraußenwänden

Soll der größte Teil des Kellers beheizt werden, ist eine Kelleraußendämmung (Perimeterdämmung in Wand und Boden) sinnvoll. Der Vorteil der Perimeterdämmung ist, dass Tauwasserausfall auf der Innenseite der Kellerwand und des Kellerbodens verhindert und die Bauwerksabdichtung mechanisch geschützt wird, Wärmebrücken vermieden bzw. vermindert werden, und die Dämmung in größeren Dicken dimensionierbar ist, da im Kellerraum kein Platz verloren geht. Auch, wenn zu Beginn keine hochwertige Kellernutzung geplant ist, ist es empfehlenswert, beim Bau des Gebäudes von vorneherein eine Perimeterdämmung einzubauen. Spätere Nutzungsänderungen sind dann problemlos möglich.

Wärmeschutz von KS-Kellermauerwerk mit Perimeterdämmung 

1) Bei anderen Dicken oder Steinrohdichteklassen ergeben sich nur geringfügig andere U-Werte.

4) Der Zuschlag ΔU = 0,04 W/(m∙K) nach allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen ist bereits berücksichtigt.

Perimeterdämmung auf KS-Mauerwerk

Aufkleben mit Bitumenkleber

Schutz der Abdichtung

Oberflächentemp. Θsi 18,5°C

Für einzelne beheizte oder nur gelegentlich genutzte Räume bietet sich aus wirtschaftlichen Gründen eine auf den einzelnen Raum beschränkte Innendämmung an. Auch als Nachrüstlösung bei Nutzungsänderungen ist diese Ausführungsvariante prädestiniert, häufig als Ausbaureserve.

Aufgrund der geringeren wirksamen Temperaturdifferenz bei erdberührten Bauteilen im Vergleich zu Bauteilen an Außenluft, ist die Wärmedämmung des Untergeschosses weniger ergiebig als die gleiche Wärmedämmung bei Bauteilen an Außenluft. Als Kompromiss aus Energieeinsparung, Komfort und Kosten werden derzeit Perimeterdämmungen bis zu etwa 15 cm Dicke als sinnvoll angesehen – bei Passivhäusern sind Perimeterdämmungen mit 20 bis 25 cm Dicke zu finden.

Besondere Beachtung sollte der Reduzierung von Wärmebrücken im Bereich von Deckenauflagern und Fundamenten durch geschickte Lösungen zukommen. Hinweise und Hilfen zur Konstruktion finden sich im KS-Wärmebrückenkatalog.

Berücksichtigung von Wärmebrücken

Kelleraußenwand/Bodenplatte (oberseitig gedämmt), Gründung auf Streifenfundament

KS-Detailsammlung – Detail 1.1.1  Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient Ψ [W/(mK)]; Ausführung mit KS Wärmedämmstein

 KS Detailsammlung - Detail 1.1.2     Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient Ψ [W/(mK)]; Ausführung mit Perimeterdämmung unter Sohlplatte

Bemessung von Kelleraußenwänden

Kellerwände tragen die vertikalen Lasten aus den Geschossdecken und den aufgehenden Wänden über die Fundamente in den Baugrund ab. Durch die Erdanschüttung ergibt sich zusätzlich eine horizontale Beanspruchung der Kelleraußenwände. Eine ungünstige Einwirkungskombination mit hohen Horizontallasten und geringen Vertikallasten tritt z.B. bei Einfamilienhäusern (wenn im Wohnzimmer des Erdgeschosses zur Terrasse hin große Fensterflächen angeordnet sind) oder bei leichten Fertighäusern auf. Ungünstige Verhältnisse entstehen vor allem im Bauzustand, wenn nach dem Betonieren der Geschossdecke bereits mit der Bodenverfüllung des Arbeitsraumes begonnen wird.

Mögliche Lastabtragungssysteme und vereinfachte Bemessung für Kelleraußenwände

Bemessungstafel für Kelleraußenwände nach DIN EN1996/NA (Beispiel)1)

1) Lastfall Bodenfeuchte oder nicht stauendes Sickerwasser 
Steinrohdichteklasse ≥ 1,6; Normalmauermörtel NM IIa oder Dünnbettmörtel DM
Weitere Bemessungstafeln siehe: KS-Statikbuch oder KS-Maurerfibel

Abdichtung und Feuchteschutz

Kellerwände müssen nach den Regeln der Technik gegen Bodenfeuchtigkeit (mit oder ohne Stauwasser) oder gegen Beanspruchungen aus drückendem Wasser sowie gegen Tauwasser im Innenbereich geschützt sein.

Fakten zur Notwendigkeit, Planung und Umsetzung der Abdichtung von Kellerwänden finden Sie hier:

Fach-Planungsbereiche / Abdichtung

Abdichtung

Abdichtung erdberührter Bauteile (Kelleraußenwände)
Zur Bestimmung der angemessenen Abdichtungsart und auch zur Klärung der Frage, ob die Boden- und Wandbauteile ggf. gegen Wasserdruck bemessen werden müssen, ist die Feststellung der Bodenart, der Geländeform und des Bemessungswasserstandes am geplanten Bauwerksstandort unerlässlich.
In der Regel sollte die Klärung dieser Frage einem Baugrundfachmann überlassen werden. Nur bei einfachen Bauaufgaben in gut bekannten Baugebieten kann darauf verzichtet werden.

Zuordnung von Beanspruchungsarten und Abdichtungssystemen

KMB: Kunststoffmodifizierte Dickbeschichtung nach Tab. 9 DIN 18195-2
Die KMB ist in zwei Arbeitsgängen aufzubringen. Die Trockenschichtdicke muss ≥3 mm betragen.

Querschnittsabdichtung am Wandfuß
Nach DIN 18195-4 ist in Mauerwerkswänden im Regelfall nur noch eine Querschnittsabdichtung vorzusehen. In der Regel wird sie unmittelbar auf der bis zur Fundamentaußenkante durchlaufenden Bodenplatte verlegt. Bahnenförmige Querschnittsabdichtungen in Lagerfugen von Dünnbettmauerwerk sind unzulässig.
Zum Schutz der Mauerwerkswände gegen aufsteigende Feuchtigkeit sind waagerechte Abdichtungen unter den Wänden (Querschnittsabdichtungen) erforderlich. Neben den bahnenförmigen Querschnittsabdichtungen mit z.B. Bitumendachbahn R 500 (nach DIN EN 13969 in Verbindung mit DIN V 20000-202) können auch durch mineralische Dichtungsschlämmen (nach DIN 18195-2) oder durch Material mit mindestens gleichwertigem Reibungsverhalten verwendet werden.
Bei seitlich höher belasteten Wänden empfiehlt sich aufgrund des guten Haftverbundes die Anwendung von Dichtungsschlämmen.
Bei wasserundurchlässigen Bodenplatten nach WU-Richtlinie1) ist  eine Querschnittsabdichtung der aufgehenden Innen- und Außenwände aus Kalksandstein-Mauerwerk nicht erforderlich.

1) DAfStb-Richtlinie: Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton (WU-Richtlinie), Hrsg.: Deutscher Ausschuss für Stahlbeton, Berlin 11/2003

Bei nicht oberseitig abgedichteten Betonbodenplatten mit oder ohne WU-Eigenschaften können besonders in den ersten Jahren der Standzeit Probleme aufgrund der Baufeuchte des Betons bei feuchteempfindlichen Oberbelägen – insbesondere Holzfußböden, z.B. Parkett – auftreten. Zum Schutz der Oberbeläge vor Baufeuchte und zur Reduzierung eines möglichen Schimmelrisikos im Bodenquerschnitt sollte daher grundsätzlich eine ausreichend dampfsperrende Schicht oberhalb der Bodenplatte eingebaut werden. In der Regel reichen PE-Folien, lose mit überlappten Stößen verlegt, aus.
Bei Bodenplatten ohne WU-Eigenschaften ist eine Querschnittsabdichtung erforderlich, die auch unter den Innenwänden durchläuft.

Beispiel: Wohnraum im Untergeschoss (mit Perimeterdämmung; Abdichtung mit KMB)

Weitere Hinweise: KS-Planungshandbuch (PKA) Kapitel : Abdichtung

KS-Lexikon