Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.

Landwirtschaftliche Gebäude

Durch die rasch fortschreitenden Strukturveränderungen in der Landwirtschaft sind im baulichen Bereich multifunktionale, nach allen Seiten erweiterbare Wirtschaftsgebäude gefragt. Kalksandsteine sind als Wandkonstruktionen sowohl für Ställe mit steuerbaren raumklimatischen Anforderungen wie auch für Ställe mit Außenklimabedingungen bestens geeignet. 

Für Landwirte ist der Stall ein Hilfsmittel zur Produktion bzw. zur Sicherung seines Familieneinkommens. Somit unterscheiden sich häufig die Anforderungen von Mensch und Tier, die in einem Gebäude gleichzeitig erfüllt werden sollen. Manchmal stehen sich diese sogar widersprüchlich gegenüber. Daher gilt es beim Stallbau, den bestmöglichen Kompromiss zu finden.

Im Hinblick auf die rasch fortschreitenden Strukturveränderungen in der Landwirtschaft ist im baulichen Bereich erkennbar, dass multifunktionale, nach allen Seiten erweiterbare Wirtschaftsgebäude gefragt sind. Kalksandsteine sind als Wandkonstruktionen sowohl für Ställe mit steuerbaren raumklimatischen Anforderungen wie auch für Ställe mit Außenklimabedingungen bestens geeignet.

  • Kalksandsteine erfüllen die Tragfunktion zur Aufnahme von Decken-/Dachlasten,
  • weisen eine hohe Speicherfähigkeit zur Pufferung von Temperatur- und Feuchteschwankungen auf,
  • bieten mit Wärmedämmung eine hohe Innen-Oberflächentemperatur zur Vermeidung von Oberflächenkondensat und Wärmeabstrahlung vom Tierkörper,
  • haben eine innenseitige glatte Oberfläche für gute Reinigungs- und Desinfektionsmöglichkeit,
  • haben eine hohe Materialfestigkeit zur Aufnahme von Lasten aus festgedübelten Stalleinrichtungen,
  • sind ebenso resistent gegen schädliche Einflüsse aus Stallluft und Feuchtigkeit wie gegen mechanischen Angriff (Verbiss und Rangkämpfe) und auch gegen Nagetiere und Insekten.
  • Dabei enthalten sie keine toxischen Inhaltsstoffe.

Landwirtschaftlicher Hallenbau                          Stallbau mit zweischaliger KS-Außenwand

Vorteile von Kalksandstein im landwirtschaftlichen Bauen

  • Tragfunktion zur Aufnahme von Decken-/Dachlasten
  • Speicherfähigkeit zur Pufferung von Temperatur- und  Feuchteschwankungen
  • hohe Innen-Oberflächentemperatur zur Vermeidung von Oberflächenkondensat und Wärmeabstrahlung vom Tierkörper
  • innenseitige glatte Oberfläche für gute Reinigungs- und  Desinfektionsmöglichkeit
  • Materialfestigkeit zur Aufnahme von Lasten aus festgedübelten Stalleinrichtungen
  • Material resistent gegen schädliche Einflüsse aus Stallluft und Feuchtigkeit sowie gegen mechanischen Angriff (Verbiss und Rangkämpfe)
  • Material resistent gegen Nagetiere und Insekten 
  • keine toxischen Inhaltsstoffe
  • Nichtbrennbar und Feuerbeständig

In unseren klimatischen Regionen, in Verbindung mit dem Zwang, Tiere überschaubar in größeren Bestandszahlen zu halten, sind Ställe unerlässlich. Dabei sind jedoch auch die Eigenarten der unterschiedlichen Tierarten unter dem Aspekt einer möglichst tiergerechten Haltung mit zu berücksichtigen. Aus diesen Gründen ist es erforderlich, funktionale, wirtschaftliche und auf die Leistungsfähigkeit der Tiere ausgerichtete Bauweisen zu entwickeln.

Wände von Ställen (und in geringerem Umfang auch anderen landwirtschaftlichen Bauten) unterliegen erheblichen Anforderungen hinsichtlich ihrer Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit.

Mechanische Belastbarkeit

Der starke Bewegungsdrang der Tiere setzt mechanisch belastbare Baustoffe voraus, die in der Lage sind, statische und insbesondere dynamische Beanspruchungen aufzunehmen. Das betrifft z.B. Schweineställe oder Pferdeställe, in denen die Wandflächen durch größere harte Stöße, z.B. durch Hufschlag, punktuell hoch beansprucht werden.

Diesen Anforderungen werden Wände aus KS-Mauerwerk durch ihre hohe Festigkeit in hohem Maße gerecht. Aufgrund der glatten Oberflächen der KS-Steine sind zudem Verletzungen der Tiere, die bei rauem Mauerwerk auftreten können, nicht zu erwarten.

KS-Mauerwerk im Pferdestall

verputztes KS-Mauerwerk im Schweinestall

Beständigkeit bei Reinigung, Verwendung von Anstrichen und Beschichtungen

Von großer Bedeutung für die Tierhaltung ist die Stallhygiene sowohl durch ein gutes Stallklima als auch durch die erforderliche Reinhaltung. Stetig wiederkehrende Reinigung und Desinfektion sind ausschlaggebend für die Gesundheit der Tiere. Hierfür sind glatte Wandflächen notwendig, die auch einer wiederholten Einwirkung von Wasser und Desinfektionsmitteln ohne Schäden widerstehen und unempfindlich sind gegen die ständige Belastung durch die in der Stallluft enthaltenen Gase (NH3, H2S, CO2) in Verbindung mit Staub und hoher (Luft-) Feuchte.

In Schweineställen sollten die Wände stets bis zu einer Höhe von ca. 1,25 m durch Anstriche oder Beschichtungen geschützt werden. Die Stoffe müssen toxisch unbedenklich sein. Bei der Reinigung der Wände ist darauf zu achten, dass Anstriche bzw. Beschichtungen nicht in Folge ungeeigneter Düseneinstellung oder eines zu hohen Drucks des Hochdruckreinigers abgelöst werden.

Chemische Beständigkeit

KS-Mauerwerk ist weitgehend beständig gegen Gülle, z.B. aus der Schweinemast. In umfangreichen praxisnahen Untersuchungen der Kalksandstein-Industrie wurde die hohe Beständigkeit von Kalksandstein gegenüber Düngemitteln und aggressiven Medien nachgewiesen, wie sie in der Landwirtschaft vorkommen. Die Ergebnisse stimmen mit den Erfahrungen aus dem jahrzehntelangen Praxiseinsatz von KS-Wänden in der Landwirtschaft sehr gut überein.

Anforderungen bei der Lagerung von landwirtschaftlichen Nebenprodukten

Bei der Lagerung und dem Umschlagen von landwirtschaftlichen Nebenprodukten wie Jauche, Gülle und Silagesickersäften sind einzuhalten: das Wasserhaushaltsgesetz (WHG), die Verordnung über Anlagen zu Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) und die diesbezüglichen Verwaltungs- und Ausführungsvorschriften der Bundesländer.

Gemäß den Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes müssen Anlagen zum Lagern und Abfüllen von Jauche, Gülle und Silagesickersäften (JGS-Anlagen) so beschaffen sein, dass der bestmögliche Schutz der Gewässer vor Verunreinigung oder sonstiger nachteiliger Veränderung ihrer Eigenschaften erreicht wird. Dies gilt für den Bau und die Unterhaltung dieser Anlagen gleichermaßen.

Grundsätzlich ist in Bereichen, die im Geltungsbereich des WHG liegen, die Abdichtung von KS-Mauerwerk mit geeigneten bauchemischen Produkten erforderlich.

Für Kanaltrennwände von Flüssigmist innerhalb einer Betonwanne sind zahlreiche Möglichkeiten gegeben, mit Kalksandsteinen wirtschaftliche und funktionsfähige Lösungen umzusetzen. Diese Wände dienen gleichzeitig als Auflager für den Stallfußboden. Trennwände aus KS-Mauerwerk bieten dabei den Vorteil, dass sie eigenleistungsfreundlich sind und Schalungsarbeiten nicht erforderlich werden. Die oberste Steinlage kann Unebenheiten maßgeblich ausgleichen, was Voraussetzung für ein exaktes, wackelfreies Liegen der Spaltenböden ist.

Die Kanalwände müssen eine kraftschlüssige Verbindung mit den Kanalaußenwänden bilden und somit gegen Umkippen gesichert sein. Zwar bewirkt die Auflast des Fußbodens eine Stabilisierung, dennoch kann bei unterschiedlich hohem Füllstand zweier Kanäle, die durch eine Kanalwand voneinander getrennt sind, eine einseitige Biegebelastung entstehen. Bewehrungseisen sind gegebenenfalls bereits bei der Erstellung der Betonwanne mit einzuplanen und einzubauen. Im Zweifelsfalle sollte immer ein Statiker zu Rate gezogen werden.

Bei Wandlängen über 8 m bieten sich als einfach zu fertigende Ringanker KS-U-Schalen an, in die Bewehrungseisen und Beton eingebracht werden. Um eine gleitfähige Wandoberflache zu gewährleisten und gleichzeitig das Steinmaterial vor ständigem Feuchte- und chemischem Angriff zu schützen, ist das Aufbringen eines Zementputzes und eines dichtenden Anstriches unbedingt anzuraten.

Güllekanäle vor             nach dem Auflegen von Spalten         Festmistlager am Stall

Bei Festmistlagern sind die seitlichen Wände auf Anschüttbelastung statisch zu bemessen. Sie sind vor dem Angriff von Feuchte und evtl. chemischer Einflusse mittels geeigneter Anstriche zu schützen! Durch Jauche oder Sickersäfte belastete Flüssigkeiten müssen aufgefangen werden und dürfen nicht in Regenwassereinläufe auf der Hoffläche oder in Boden oder Gewässer gelangen.

Stallklima

Das Klima in geschlossenen Ställen mit steuerbaren raumklimatischen Anlagen – Schweineställe für Mast und Ferkelerzeugung, Geflügelställe für Mast und Eierproduktion – wird durch eine Reihe von Einflussfaktoren bestimmt, u.a. durch:

  • Temperatur und relative Feuchte der Außen- und Innenluft
  • Wärmeleistung und Wasserdampfabgabe der Tiere
  • Regelung der Lüftung
  • Wärmeschutz der Außenwände und des Daches

Die schweren KS-Wände haben stabilisierenden Einfluss auf das Raumklima und dämpfen Wärme- und Feuchteschwankungen. Das ist besonders im Sommer von Bedeutung: Die hohe Wärmespeicherfähigkeit der KS-Innenwände wirkt wie eine natürliche Klimaanlage.

Für Stallgebäude mit hohen relativen Luftfeuchten im Innern sind hochgedämmte KS-Außenwandkonstruktionen (Kalksandstein mit WDVS oder mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade sowie zweischaliges KS-Mauerwerk mit Wärmedämmung, besonders geeignet.

Rohbau eines Maststalls

einschalige KS-Außenwand an einem Reitstall

Klimagestaltung im Schweinestall

Stallbauten unterliegen nicht dem Geltungsbereich der üblichen Wärmeschutznormen und -verordnungen. Die DIN 4108 – Wärmeschutz im Hochbau und die Energieeinsparverordnung zielen darauf ab, den Heizenergieverbrauch, insbesondere fossiler Energieträger, zu minimieren. In Ställen hingegen ist oft der Tierkörper selbst die Heizenergiequelle (Energieträger = Futter), wobei die Abführung überschussiger Energie meist das größere Problem bereitet.

Optimal-Temperaturen in der Stallluft          Luftvolumenstrom für Ferkelaufzucht und Mast  (5 kg bis 120 kg Lebendmasse)

Für die Ermittlung des eventuell erforderlichen Wärmeschutzes klimatisierter Stalle ist die DIN 18190-1 – Klima in geschlossenen Ställen – heranzuziehen. Diese Norm geht davon aus, dass die Wärmeproduktion der Tiere (QTi) mit den Wärmeverlusten über die Lüftung (QL) und über die Transmission durch Bauteile (QTr) in einer ausgeglichener Beziehung steht:

QTi = QTr + QL

Anhand dieser Formel wird deutlich, dass immer dann, wenn die Wärmeproduktion der Tiere gering ist, eine Zuheizung erforderlich ist. Dies trifft für geschlossene Ställe zu, bei denen der Wärmeanspruch und zugleich der Lüftungsbedarf der Tiere hoch und zugleich die Belegungsdichte gering ist:

  • Ferkel- und Abferkelställe
  • Vormaststalle für Schweine

Der hauptsächliche Wärmeverlust erfolgt nicht über die Bauteile, sondern vielmehr über die Lüftung. Die erforderliche Luftwechselrate wird durch die Einflussfaktoren Wasserdampf und Schadgase, resultierend aus der Ausatemluft der Tiere bestimmt. Diese Stallklimafaktoren, bestimmen einzeln oder kombiniert die Leistung und die Gesundheit der Tiere.

Je nach Alter und Gewicht stellen die Tiere unterschiedliche Anforderungen an das Stallklima. Für die relative Luftfeuchte sollte ein Optimalbereich zwischen 65 und 75 % angestrebt werden. Größere Änderungen der Außenlufttemperaturen bewirken starke Schwankungen der relativen Luftfeuchte und können die Gesundheit der Tiere beeinflussen.

KS-Mauerwerk kann aufgrund der guten Wärmespeichereigenschaften die Schwankungen der Stallluft erheblich reduzieren.

Dies wirkt sich insbesondere in den Übergangszeiten, Herbst und Frühjahr mit warmen Tagen und kalten Nächten, positiv aus. Die Umgebungstemperatur beeinflusst maßgeblich die Wärmeregulation und somit die Futteraufnahme, die Mastleistung und somit das Produktionsergebnis.

Schweinestall mit vorgehängter Fassade

Brandschutz von Ställen

Der Brandschutz spielt bei landwirtschaftlichen Bauten eine große Rolle, zumal die Tiere selbst im Brandfall ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen. Die Kalksandsteine sind nichtbrennbar und sind der Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 bzw. der europäischen Klasse A1 oder A2-s1,d0 nach DIN EN 13501-1 zuzuordnen. Kalksandsteinwände bieten hohen Brandschutz.

Kalksandsteinwände sind nichtbrennbar und hoch belastbar.

KS-Lexikon