Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV

Mauerwerksgerechte Planung und Wandoptimierung

Maßordnung

Die Steinlängen und die Steinhöhen der Kalksandsteine entsprechen der oktametrischen Maßordnung nach DIN 4172. Abweichende Wanddicken, z.B. 15 cm und 20 cm, aber auch die klassischen 30 cm dicken Wände durchbrechen dieses Raster. In DIN 4172 „Maßordnung im Hochbau“ sind Rohbau-Richtmaße festgelegt, die vom „Meter“ (m) und „Achtelmeter“ (am = 1/8 = 12,5 cm) abgeleitet sind. Es wird deshalb auch vom „oktametrischen Raster“ (12,5er-Raster) gesprochen.

Diese Rohbau-Richtmaße gelten für alle Längen-, Breiten- und Höhenmaße im Bauwesen. Sie sind Vielfaches des Achtelmeters (n · 12,5 cm) und als Planungsmaße für den Architekten von Bedeutung. Für Ausführungspläne werden Nennmaße benötigt, die abhängig von der Bauweise (mit oder ohne Fugen) differenziert werden.

Die DIN 4172 „Maßordnung im Hochbau“ unterscheidet:
•  „Bauweisen mit Fuge“: Unter diesem Begriff wird allgemein Mauerwerk verstanden, korrekterweise gilt dies aber nur für Mauerwerk mit vertikalen Stoßfugen von 1 cm Dicke, also konventionelles Mauerwerk, in den Stoßfugen mit Normalmörtel verarbeitet.
•  „Bauweisen ohne Fuge“: Unter diesem Begriff wird vor allem der Betonbau verstanden. Bei Mauerwerk ohne Stoßfugenvermörtelung (Verwendung von Steinen mit Nut-Feder-System, wie z.B. KS-R, KS-R P, KS F und KS XL) handelt es sich sinngemäß ebenfalls um „Bauweisen ohne Fugen“.

Die Unterteilung in diese beiden Bauweisen hat Bedeutung für Pfeilermaß/Außenmaß sowie für Öffnungsmaß/Raummaß. Hinsichtlich der Höhenmaße ergeben Steinhöhe und Lagerfugendicke das Schichtmaß, das stets ein Vielfaches von 12,5 cm darstellt und somit das Rohbau-Richtmaß darstellt. Lediglich beim Normalformat (NF) wird das Schichtmaß von 25 cm erst in jeder dritten Schicht erreicht.

Bei der Bauweise ohne Fuge sind die abweichenden Maße von Pfeilern und Öffnungsmaße, insbesondere bei Türen und Fenstern, zu berücksichtigen. Übliche Einbauteile, vor allem Türen, sind auf konventionelles Mauerwerk ausgerichtet. Für die um 1 cm geringeren Öffnungsmaße, die sich bei Plansteinmauerwerk ergeben können, werden teilweise besondere Bauelemente angeboten.

Theoretisch müssten bei Mauerwerk ohne Stoßfugenvermörtelung auch die Wanddicken geändert werden, damit das Planungsraster der Maßordnung stimmt. In der Praxis ist das jedoch nicht erforderlich, weil Längs- und Querwände bei der Stumpfstoßtechnik durch eine Mörtelfuge angeschlossen werden und bei größeren Wandlängen kleine Toleranzen jeweils in den Fugen ausgeglichen werden können.

Vertikale Wandausbildung, Höhenausgleich.

•  Bei Plansteinmauerwerk erfolgt der Toleranz- und Höhenausgleich grundsätzlich am Wandfuß. Die Ausgleichsschicht wird mit Normalmörtel der MG III versetzt und in Längs- und Querrichtung genau ausgerichtet.
•  Fenster- und Türöffnungen werden rationell durch Stürze (KS-Flachstürze u.a. auch für Sichtmauerwerk oder KS-Fertigteilstürze) überdeckt. Bei Sichtmauerwerk werden auch KS-U-Schalen zur Überdeckung eingesetzt. In der Druckzone über Flachstürzen sind die Stoßfugen zu vermörteln. Fenster- und Türöffnungen lassen sich auch mit deckengleichen Unterzügen herstellen. Geschosshohe Öffnungen mit entsprechenden, darauf abgestimmten Tür- und Fensterelementen sind die Folge.

Abmessungen von kurzen Wänden
a) aus herkömmlichen Steinen,
b) aus KS-R-Steinen

KS-Lexikon

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