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  Markt und Bauwirtschaft   08.07.2010  
 
 

Wirtschaftliche Lage der Kalkindustrie bessert sich - altes Niveau aber noch nicht erreicht

BVK-Jahrestagung in Hamburg, 18.06.2010

 
         
 

Michael Liell, Geschäftsführung Rheinkalk, Wülfrath, und Moritz Iseke, geschäftsführender Gesellschafter der Kalkwerke Oetelshofen, Wuppertal, als Vorsitzende des BVK bestätigten:

"Wirtschaftliche Lage der Kalkindustrie bessert sich nach dem Krisenjahr 2010 deutlich - altes Niveau aber noch nicht erreicht"

Der wiedergewählte Vorsitzende Liell stellte auch die aktuellen Zahlen der Kalkindustrie vor:

Bei den ungebrannten Produkten setzte sich die im Herbst 2008 begonnene Talfahrt in 2009 fort. Bereits 2008 hatte die Kalkindustrie einen Rückgang um 6 % zu verkraften.

Mit einem Gesamtabsatz von ca. 19 Mio. Tonnen ist er noch einmal um 11 % niedriger als im Jahr 2008.

Fast die Hälfte dieses Absatzes ging in das Baugewerbe, insbesondere in den Bereich Straßen- und Wegebau. Der Absatzrückgang für dieses Segment war mit weniger als 10 % geringer als in den anderen Bereichen. Wie sich aber gerade der Straßen- und Wegebau nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme und den desolaten Haushalten der Länder und Kommunen entwickelt, bleibt abzuwarten.

Auch wenn die Lieferungen für Umweltschutzanwendungen gesteigert werden konnten, wurde das negative Gesamtergebnis durch den Einbruch im Industriesektor - und speziell in der Eisen- und Stahlindustrie - verursacht. Hier wurden mehr als 28 % weniger Kalksteinprodukte verkauft als noch im Jahr 2008.

Beim Absatz von Düngekalken in der Land- und Forstwirtschaft liegt das Ergebnis mit 1,3 Millionen Tonnen um 14,1 % unter den Zahlen von 2008.

Noch dramatischer ist das Ergebnis 2009 bei den gebrannten Produkten.

Bereits 2008 wurden mit 2,4 Millionen Tonnen 3 % weniger Branntkalk in die Eisen- und Stahlindustrie geliefert. 2009 konnten nur noch weniger als 1,8 Millionen Tonnen geliefert werden. Dies ist ein Absatzrückgang von fast 27 %. Im gesamten Bereich Industrie sank die Menge auf 2,4 Millionen Tonnen, was einen Rückgang von 27,8 % bedeutet. Jede vierte Tonne ist damit weggebrochen.

Die Verwendungen im Umweltschutzbereich haben sich unterschiedlich entwickelt. Bei der Wasserbehandlung gab es ein Minus von 9,7 % auf 451 Tt. Bei der Luftreinhaltung gab es dagegen ein leichtes Plus auf 857 Tt. Insgesamt hat sich dieser Bereich mit - 1,2 % moderat entwickelt.

Noch im vergangenen Juni ist die Kalkindustrie davon ausgegangen, dass sie nicht nur kurzfristig mit einem deutlich niedrigeren Absatzniveau rechnen müsse. Die ersten vier Monate des Jahres 2010 zeigen, dass die Achterbahnfahrt weitergeht.

Bei den gebrannten Produkten konnte die Kalkindustrie - trotz des langen Winters - von Januar bis April insgesamt 2,03 Mio. t absetzen. Dies ist ein Zuwachs von 16,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Absatz an die Industrie ist von 0,715 Mio t auf 1,04 Mio t angestiegen. In beiden Bereichen hat die Kalkindustrie von der Konjunktur bei ihren wichtigen Abnehmern, der Eisen- und Stahl- sowie der Chemieindustrie profitiert. Auch der Umweltschutzsektor konnte mit 0,45 Mio t einen Zuwachs verzeichnen. Weiter abwärts ging es dagegen in den Bereichen Baustoffindustrie und Baugewerbe.

Die deutsche Kalkindustrie schaut positiv in die nahe Zukunft. Die Kalkindustrie forderte die Bundesregierung aber sehr deutlich auf, - auch im Rahmen des Sparkonzeptes - die energieintensive Industrie nicht weiter zu belasten und den begonnenen Aufschwung abzuwürgen. Es geht bei der Kalkindustrie nicht um Subventionsabbau oder um Mitnahmeeffekte sondern schlicht und einfach um die Verhinderung weiterer wettbewerbsschädigender Belastungen.

Quelle und weitere Infomationen:
Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V., Pressemitteilung vom 18.06.2010

Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV
Entenfangweg 15
30419 Hannover
info@kalksandstein.de
www.kalksandstein.de

 
 
 
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