Mörtel für Verblendschalen
In der Verblendschale hat der Mauermörtel die Aufgabe, gemeinsam mit dem Mauerstein eine geschlossene Fläche zu bilden, die den Witterungsbeanspruchungen widersteht. Für diesen Zweck muss der Mauermörtel gut am Stein haften. Andernfalls bilden sich flache Öffnungen zwischen Stein und Fugenmörtel, so genannte Blattkapillaren, die das Eindringen von Niederschlagswasser in das Mauerwerk fördern und damit seine Dauerhaftigkeit beeinträchtigen.
Mauermörtel für Verblendschalen werden daher in ihrer Zusammensetzung auf das Saugverhalten der Steine abgestimmt. Dabei wird das Wasserrückhaltevermögen durch Zusatzstoffe und/oder Zusatzmittel, wie z.B. Methylzellulose, gesteuert. Die Produktempfehlungen des Mörtelherstellers müssen beachtet werden.
Der Mauermörtel in Verblendschalen muss ausreichend druckfest und gleichzeitig genügend verformungsfähig sein. Da Verblendschalen nicht vertikal belastet sind, sind Verformungen, z.B. infolge Temperaturänderung, größer als in belastetem Mauerwerk. Die Formänderungen führen in der Regel auch zu Zugdehnungen, die von Mauersteinen und Fugenmörtel aufgenommen werden müssen. Verformbare Mauermörtel mit geringem Elastizitätsmodul verhindern, dass die Bruchdehnung bzw. die Bruchspannung überschritten wird und Risse entstehen. Der Mörtel muss andererseits ausreichend fest und beständig gegen Witterungsbeanspruchung sein, insbesondere gegen Frosteinwirkung. Daher werden im Allgemeinen Mauermörtel der Mörtelgruppe MG II a empfohlen. Mauern bei Frost bedarf der Zustimmung des Bauherrn (VOB-C:DIN 18330, Abs. 3.1.2).
Werk-Trockenmörtel können eingefärbt werden und ermöglichen damit die gezielte Herstellung eines gewünschten Erscheinungsbildes der Verblendschale.
Für besonders mit Schlagregen beanspruchtes Mauerwerk können die Mörtel, ähnlich wie Putze, hydrophobiert werden. Dazu werden den Mörteln hydrophobierende Zusätze, wie z.B. Stearine, zugemischt.
Werkseitig hydrophobierte Kalksandstein-Verblender sind mit hierfür geeigneten Mörteln zu verarbeiten.
Sichtmauerwerk mit Kalksandsteinen sollte in einem Arbeitsgang mit Fugenglattstrich hergestellt werden. Werk-Trockenmörtel eignen sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften und ihres Erscheinungsbildes besonders für diese Verarbeitungsart.
KS-Verblendschalen können auch mit nachträglicher Verfugung hergestellt werden, z.B. wenn eine farbige Mörtelfuge gewünscht wird. Dazu wird der Fugenmörtel kurze Zeit nach dem Vermauern an der Außenseite ca. 15 mm tief ausgekratzt. Der Hohlraum wird nachträglich mit dem erdfeuchten Fugenmörtel fachgerecht geschlossen.
Die Form der Mörtelfuge darf den Abfluss von Niederschlagswasser nicht behindern. Dazu müssen die Oberseiten der Lagerflächen der KS-Verblender immer vollständig mit Mörtel bedeckt sein.
Die Lieferform Werk-Trockenmörtel ist wegen der genauen Dosierbarkeit der Mörtelausgangsstoffe vorzuziehen. Werk- Trockenmörtel sind ausschließlich auf den vorgesehenen Verwendungszweck hin zusammengesetzt und enthalten keine weiteren, die Erstarrung verzögernden Bestandteile.

