KS-Bayern e.V.

Energieeffizienz und hygienischer Mindest-Wärmeschutz

Der Endenergieverbrauch der privaten Haushalte wird im Wesentlichen durch den Bereich Räumwärme bestimmt. Hier ergibt sich einerseits der Vorteil, dass gut erprobte Einspartechniken zur Verfügung stehen, andererseits weisen zahlreiche Energieeinsparmaßnahmen zusätzliche positive Aspekte neben der Energieeinsparung auf. Dazu gehören die Steigerung der Behaglichkeit und die verbesserten Möglichkeiten der Bausubstanzerhaltung.

Passivhaus; Alle Aufenthaltsräume sind segmentbogenförmig nach Süden geöffnet.

Die energiesparrechtlichen Mindestanforderungen an den Wärmeschutz und die Energieeinsparung in Gebäuden, die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) verankert sind, beziehen sich auf das Gebäude als Ganzes (Gebäudehülle, Luftwechsel und Anlagentechnik). Nur bei der Sanierung einzelner Bauteile werden noch rein bauteilbezogene Anforderungen gestellt. Eine günstige Energiebilanz senkt auch deutlich Kosten für Heizenergie und Kühlung.

Im Gegensatz zum Gesamtkonzept der EnEV bezieht sich der bauliche Wärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 auf einzelne Bauteile (Wände, Decken, Fenster, Boden, Dach etc.) und ist in erster Linie hygienisch begründet. Hier geht es um die Vermeidung von Tauwasser und Schimmelpilzwachstum im Gebäudeinneren. Der geforderte bauliche Mindestwärmeschutz wird, zumindest bei den flächigen Außenbauteilen, meist deutlich übertroffen, weil die Bauteile sonst nicht den heutigen Ansprüchen an die Energieeinsparung, dem modernen Komfortbedürfnis und der aktuell üblichen Bauqualität genügen würden.

Energieeffizienzhaus (Energiesparhaus)

Die von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) geförderten Effizienzhaus-Standards sind noch ambitionierter als die Vorgaben der Energieeinsparverordnung. Die Vorgaben der EnEV basieren auf einem Referenzgebäude im Neubau. Die Referenzzahl 100 soll nach der Förderlogik der KfW ausdrücken, dass die Vorgaben der EnEV an den Primärenergiebedarf eines Neubaus gerade erfüllt sind. Ein KfW-Effizienzhaus 70 beispielsweise unterschreitet diese Vorgaben um 30%.

Förderung des Neubaus von besonders energiesparenden Gebäuden im KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ KfW-Nr. 153 und 154 Förderung des Neubaus von besonders energiesparenden Gebäuden in 3 Standards (Stand: 02-2014):

  • KfW-Effizienzhaus 40 (60% unter EnEV 2009-Neubauniveau)
  • KfW-Effizienzhaus 55 (45% unter EnEV 2009-Neubauniveau) und Passivhaus
  • KfW-Effizienzhaus 70 (30% unter EnEV 2009-Neubauniveau)

Die Anforderungen sind bezogen auf den Primärenergiebedarf. Zusätzlich sind jeweils höhere Anforderungen an die Gebäudehülle, ausgedrückt durch den Transmissionswärmeverlust einzuhalten. 

Die Förderung erfolgt durch zinsgünstiges Darlehen von max. 50.000 €/Wohneinheit für die energetisch bedingten Maßnahmen. Zusätzlich ggf. Tilgungszuschüsse bei Erreichung der Anforderungen des Effizienzhauses 55 von 5% und beim Effizienzhaus 40 von 10%

Die Kalksandsteinindustrie hat Empfehlungen und Ausführungsbeispiele für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser erarbeitet, die den Förderkriterien von KfW-Effizienzhäusern entsprechen.

Die vollständige Empfehlung der Kalksandsteinindustrie zum Bau von KfW-Effizienzhäusern stellen wir Ihnen nachfolgend zum Download bereit.

Download Empfehlung KfW-Effizienzhäuser (80 KB)

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