KS-Nord e.V.

Behaglichkeit im Sommer

Ein guter sommerlicher Wärmeschutz (Hitzeschutz) hängt von vielen Faktoren ab. Grundlegend wichtig sind Größe, Orientierung sowie Neigung der Fensterflächen, die durch ausreichend dimensionierte Verschattungseinrichtungen von außen geschützt werden müssen. Zu beachten sind auch die inneren Wärmegewinne durch Geräte (z.B. Kochherde) oder hohe Personenbelegung.

In vielen Fällen kann bei schwerer Bauart mit Kalksandstein und erhöhter Nachtlüftung eine hohe Behaglichkeit im Sommer auch ohne kostenintensive Klimatisierung sichergestellt werden.

Temperaturverläufe für einen beispielhaften Wohnbereich über eine sommerheiße Periode

Massive Wärmespeicherfähigkeit

Beim Hitzeschutz liegen klare Vorteile der KS Außenwände mit außen liegender Wärmedämmung. Die hohe Rohdichte bedingt nennenswerte Speichermassen im Gebäude, die sich günstig auf die sommerliche thermische Behaglichkeit auswirken. Aufgrund der viel größeren Speichermasse kommt es in Gebäuden in Massivbauweise in signifikant geringerem Umfang als in Leichtbauten oder gar nicht zu unangenehmen Überhitzungserscheinungen im Sommer. Hier helfen auch die Innenwände aus Kalksandsteinen, die mit ihrer großen Speichermasse Temperaturspitzen abpuffern.

Speichermassen müssen in direktem Kontakt zur Raumluft zur Verfügung stehen, um tagsüber den Anstieg der Raumtemperatur wirksam zu begrenzen. Bei (Dämm-) Schichten mit λ < 0,10 W/(m∙K) in
den ersten 10 cm des Bauteils (vom Innenraum aus gesehen) werden nur die Schichten zwischen der Raumluft und der ersten Dämmschicht im Bauteil berücksichtigt.

Hinsichtlich des sommerlichen Wärmeschutzes kann die Massivbauweise mit schweren Wänden (RDK ≥ 1,8) in Kombination mit Betondecken pauschal als „schwere Bauweise“ nach DIN 4108-2 bewertet werden.

Erhöhte Nachtlüftung

Die Räume müssen in den Abend- bzw. Nachtstunden –wenn die Außenlufttemperatur unter der Raumlufttemperatur liegt- ausreichend gelüftet werden. Die positive Auswirkung einer hohen Nachtlüftung ist besonders wirkungsvoll in Verbindung mit einer hohen Wärmspeicherfähigkeit.

Raumtemperaturen im Sommer

Bei der thermisch-dynamischen Gebäudesimulation wird die Kenngröße „Übertemperaturgradstunden“ ermittelt. Sie berücksichtigt die Höhe der Überschreitung einer Grenztemperatur, die für jede Sommer-Klimaregion Deutschlands unterschiedlich ist (25 bis 27 °C ) und misst die Häufigkeit sowie Dauer dieser Überschreitung. Sie dient der Bewertung der thermischen Behaglichkeit in Innenräumen im Sommer ermittelt. 

Als Beispiel wurde der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes mit Hilfe einer thermisch-dynamischen Gebäudesimulation geführt. Es handelt sich um ein Wohn- und ein Arbeitszimmer im Dachgeschoss eines Mehrfamilienwohnhauses aus Kalksandstein mit Flachdach, das sich in der Klimaregion B befindet.

Der Grenzwert der „operativen Innentemperatur“ wurde demnach mit 26 °C zugeordnet. Die Berechnung der sich stündlich einstellenden Innenraumtemperatur im Verlauf eines Jahres erfolgte in Abhängigkeit des Außenklimas, der Fassadenorientierung, der thermischen Speichermassen, des Luftwechsels und der internen Wärmelasten. Das Beispiel wurde für drei Bauart-Varianten berechnet: schwer (Variante I), mittel (Variante II) und leicht (Variante III).

Übertemperaturgradstunden für die Räume und Bauart-Varianten

-mit erhöhter Nachtlüftung

-ohne erhöhte Nachtlüftung

KS-Lexikon

Infomaterial

  • Produktprogramm des KS-Nord e.V.
Kalksandstein - Produkt und Anwendung in Norddeutschland Produktprogramm des KS-Nord e.V.
    Kalksandstein - Produkt und Anwendung in Norddeutschland
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