KS-Nord e.V.

Das Kalksandstein - Gütesiegel

Bedeutung des Gütesiegels Kalksandstein

CE-gekennzeichnete Kalksandsteine nach DIN EN 771-2, die zusätzlich das Gütesiegel tragen, sind – ohne Überprüfung durch den Verwender – im Sinne der Landesbauordnungen (Baugesetze der deutschen Bundesländer) in Deutschland verwendbar. Die Verwendbarkeit wird vom Lieferanten auf Grundlage von DIN 106 zugesichert. Dies wird durch eine unabhängige Stelle überwacht.

Hinter dem Gütesiegel Kalksandstein steht ein Qualitätsversprechen, mit dem die bisher erreichte Produktqualität von Kalksandsteinen gesichert werden kann. Dies wird erreicht durch die in fast 100-jähriger Tradition festgeschriebene Form der Fremdüberwachung aufgrund der Kalksandstein-Norm DIN 106.

Notwendigkeit des Gütesiegels

Das Gütesiegel ist notwendig, da sich die öffentlich-rechtlichen Vorschriften zur Fremdüberwachung den europäischen Vorgaben angepasst haben. Die Anpassung der Vorschriften hat auf den Verwender (Planer und Verarbeiter) des Bauproduktes Kalksandstein erhebliche Auswirkungen, da er nunmehr – nach dem Willen des Gesetzgebers – selbst überprüfen muss, ob die CE-gekennzeichneten Produkte im Sinne der Landesbauordungen verwendbar sind.

Diese Überprüfung ist technisch schwierig und aufwendig. Sie kann daher wieder verstärkt zu Abnahmeprüfungen führen. Beides ist – sowohl für den Abnehmer wie auch für den Lieferanten – aufwendig und wird mit dem Gütesiegel Kalksandstein überflüssig.

Voraussetzungen für die Verleihung des Gütesiegels

Alle Mitglieder des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie können das hier beschriebene Gütesiegel nutzen, sofern sie die Voraussetzungen dafür nachweislich erfüllen.

  1. Der Nutzer des Gütesiegels muss Mitglied des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie eV sein.
  2. Er erkennt die Nutzungsvereinbarung durch Antrag auf Führung des Gütesiegels an.
  3. Er gewährt den Mitarbeitern der mit der Überwachung beauftragten Qualitätsgemeinschaft Mauerwerksprodukte e.V. Einblick in die qualitätsrelevanten Unterlagen und gewährt ihnen Zugang in das Werk.
  4. Er verpflichtet sich, Hinweise auf das Gütesiegel auf seinen Geschäftspapieren und auf seinen Produkten nach angemessener Frist zu entfernen, wenn diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind.
  5. Er verpflichtet sich, möglichen Missbrauch des Gütesiegels dem Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV zu melden.

Nutzung des Gütesiegels

Wenn ein Mitglied des Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV das Gütesiegel nutzen möchte, sind die Bedingungen zur Nutzung des Gütesiegels für alle Produkte des jeweiligen Herstellwerkes einzuhalten. Entsprechend müssen alle Produkte des Mitgliedes nach den Landesbauordnungen in Deutschland verwendbar sein.

Die Bedingungen zur Führung des Gütesiegels werden durch die Qualitätsgemeinschaft Mauerwerksprodukte eV (QMP) im Auftrag des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie eV überwacht

Bedingungen zur Führung des Gütesiegels

  1. Beim Herstellwerk muss ein gültiges Zertifikat über die werkseigene Produktionskontrolle durch eine nach der Bauproduktenverordnung notifizierte Stelle vorliegen.
  2. Für alle Produkte muss eine Erstprüfung nach DIN EN 771-2:2011-07 Festlegungen für Mauersteine– Teil 2: Kalksandsteine; Deutsche Fassung EN 771-2:2003+ A1:2005 DIN EN 771-2 :2005-05 vorliegen.
  3. Es ist eine Fremdüberwachung für die Kalksandsteinprodukte entsprechend DIN V 106:2005-10 Anhang B durchzuführen.
  4. Die Fachkunde des nach DIN V 106:2005-10 Anhang B einzuschaltenden Prüflabors kann wie folgt nachgewiesen werden:
  • Das Prüflabor ist baurechtlich anerkannt für Prüfungen.
  • Das Prüflabor ist nach einem Akkreditierungsverfahren akkreditiert, das auf international anerkannten Normen und Standards (DIN EN ISO/IEC 17025 und EN 45000er Reihe) beruht.
  • Das Prüflabor ist vom Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV nach den Bedingungen der PÜZ AVO §2 Fassung Mai 1996 akkreditiert.
  1. Je Werk darf nur ein Prüflabor eingeschaltet werden. Unteraufträge von Prüflaboren dürfen nur für die Prüfung der Wärmeleitfähigkeit vergeben werden. Es ist sicherzustellen, dass sämtliche Produkteigenschaften an Steinen einer Produktcharge ermittelt werden. Für die Unterbeauftragung gilt Punkt 4.
  2. Die Ergebnisse der Erstprüfung nach Punkt 2., der Fremdüberwachung nach Punkt 3. und das Zertifikat nach Punkt 1. sind der Qualitätsgemeinschaft Mauerwerksprodukte e.V. zur Beurteilung vorzulegen.
  3. Die Beurteilung durch die Qualitätsgemeinschaft Mauerwerksprodukte e.V. muss positiv sein.

Anmerkung
Eine öffentlich rechtlich anerkannte Prüf-, Überwachungs- oder Zertifizierungsstelle ist verpflichtet, bei schwerwiegenden Abweichungen, die zu einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung führen können, die zuständigen Behörden unverzüglich zu unterrichten.

Erteilung von Zertifikaten und Gütesiegel

Die Qualitätsgemeinschaft Mauerwerksprodukte e.V. beurteilt die vorgelegten Berichte der Prüflabore und Zertifikate der WPK abschließend und erstellt einen Beurteilungsbericht.

Ist der Beurteilungsbericht der Qualitätsgemeinschaft Mauerwerksprodukte e.V. positiv (keine Mängel) wird ein Zertifikat erstellt, dass vom Geschäftsführer des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie eV und vom Leiter der Zertifizierungsstelle der Qualitätsgemeinschaft Mauerwerksprodukte e.V. unterzeichnet wird.

Gültigkeit des Gütesiegels

Dieses Zertifikat hat eine Gültigkeit von einem Jahr und berechtigt den Inhaber, das Gütesiegel für ein Jahr zu führen.

Das Gütesiegel ist nur für die im Zertifikat genannten Produkte gültig. Zertifiziert werden nur Produkte die im Jahr der Zertifizierung selbst oder im Vorjahr fremdüberwacht wurden.

Werden im Beurteilungsbericht der Qualitätsgemeinschaft Mauerwerksprodukte e.V. Mängel festgestellt, so richtet sich das weitere Vorgehen dann nach den Durchführungsbestimmungen für die Fremdüberwachung.

Die Kosten für etwaige Wiederholungsprüfungen trägt der Gütesiegelnutzer.

Verwendung des Gütesiegels

Das Gütesiegel ist vom Zeichennutzer in folgender Form zu verwenden:

Entzug von Zertifikaten und Gütesiegel

Ein Entzug von Zertifikaten fürht zum Verlust des Rechts zur Führung des Gütesiegels.

Das Gütesiegel ist in folgenden Fällen zu entziehen:

  1. Austritt aus dem Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV.
  2. Wiederholtes Auftreten von Mängeln nach den Durchführungsbestimmungen der Nutzungsvereinbarung Gütesiegel Kalksandstein.
  3. Missbräuchliche Nutzung des Gütesiegels des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie eV.

Veröffentlichung

Eine Liste der Gütesiegelinhaber wird jährlich vom Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV in geeigneter Form veröffentlicht.

Rechtsvorbehalt

Den Abnehmern hat ausschließlich das Mitglied (der Nutzer des Gütesiegels) – niemals der Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV – zu gewährleisten, dass die Bauprodukte den zugrunde liegenden technischen Spezifikationen oder freiwilligen Qualitätsvereinbarungen entsprechen.

KS-Lexikon

Infomaterial

  • Produktprogramm des KS-Nord e.V.
Kalksandstein - Produkt und Anwendung in Norddeutschland Produktprogramm des KS-Nord e.V.
    Kalksandstein - Produkt und Anwendung in Norddeutschland
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