KS-Süd e.V.

Wohnformen der Zukunft

Wohnformen werden von unterschiedlichen Strömungen beeinflusst. Die Wohnung ist Lebensmittelpunkt: Man wohnt vorzugsweise in der Nähe des Arbeitsplatzes und betrachtet sie als Freizeit-, Arbeits-, Gesundheits- oder auch als Bildungsort, Schule und Kindergarten. Günstige Verkehrsanbindungen sind ebenso gewünscht wie die Nähe zu harmonischer Landschaft und intakter Umwelt. 

Demografische Veränderungen in Deutschland

Die durchschnittliche Lebensarbeitszeit liegt bei 37,5 Jahren. Die Lebenserwartung derzeit ist bereits fast doppelt so hoch wie im Jahr 1900. Die Lebenserwartung steigt bis zum Jahr 2050 bei Männern von heute 76,2 auf 83,5 Jahre und bei Frauen von 81,8 auf voraussichtlich 88 Jahre. Bis 2050 steigt die Anzahl der Menschen, die älter als 80 Jahre sind, von knapp 4 Mio. auf 10 Mio.

Diese Entwicklung wird Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen. Es werden umfangreiche Maßnahmen und Investitionen notwendig werden, um die Gebäudestandards auf ein gleichmäßiges und nachhaltiges Niveau zu bringen. Dabei müssen der Rückbau und die Leerstandsquoten von Quartieren in siedlungsschwachen Regionen beachtet werden. Zum Beispiel wird in Ostdeutschland trotz Rückbaumaßnahmen und den durchgeführten Sanierungen die Haushaltszahlen in erheblichem Maße sinken. Andere Regionen, weisen seit Jahren ein konstantes Wohnungsdefizit auf, wie z.B. Hamburg oder München. Nach derzeitigem Stand wird München ab 2020 über keine bebaubaren Grundstücke mehr verfügen.

Trotz Rückgang der Einwohnerzahl wird die Zahl der Haushalte in Zukunft den Wohnungsmarkt bestimmen. Vor 40 Jahren wohnten durchschnittlich drei Menschen in einem Haushalt, heute sind es 2,08 Personen. Während die Anzahl der Bevölkerung abnimmt, wird die Gesamtzahl der Haushalte in Deutschland bis 2025 voraussichtlich um rund eine Million auf 40,5 Mio. zunehmen.


Trotz Rückgang der Einwohnerzahl wird die Zahl der Haushalte in Zukunft den Wohnungsmarkt bestimmen. Vor 40 Jahren wohnten durchschnittlich drei Menschen in einem Haushalt, heute sind es 2,08 Personen. Während die Anzahl der Bevölkerung abnimmt, wird die Gesamtzahl der Haushalte in Deutschland bis 2025 voraussichtlich um rund eine Million auf 40,5 Mio. zunehmen.

Bevölkerung und Haushalte in absoluten Zahlen    

Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung

Unterschiedliche Wohnansprüche

Die Tendenz bei älteren Personen geht eher in Richtung Kleinräumigkeit mit guten funktionalen Abläufen, wenig Putzflächen und Wohnungsgrößen beschränkt auf zwei bis drei Zimmer für getrenntes Schlafen der Partner mit Küche, Abstell- oder Hausarbeitsraum, Bad und Freisitz. Dagegen entwickeln sich die Wohnwünsche jüngerer Generationen eher zu großen Einheiten mit gehobenem Komfort.
Große Wohnflächen mit sparsamer Möblierung liegen im Trend der jüngeren Generation. Oft leisten sich auch Einzelpersonen eine 200 m² große Wohnung. 
Ein wichtiges Beispiel für die Veränderung der Vorstellungen ist die Küche. Sie wird wieder mehr und mehr zum Mittelpunkt der Wohnkultur, nicht nur für die Familie, sondern auch bei Einladungen und Treffs mit Freunden. 
Doch auch Wellness steht ganz oben auf der Wunschliste. Das Bad erhält einen höheren Stellenwert, es ist nicht mehr die kleine Nasszelle früherer Jahre. Wohlfühlen im Bad hat heute oberste Priorität. Die Trennung der Funktionsbereiche von Bad und WC, begehbare Schrankräume, schwellenfreie Duschen, eine große Badewanne und Fußbodenheizung gehören ebenso zu einem modernen Bad wie ansprechende Gestaltung durch Licht und Farbe.
Auch ökologisches Bauen mit der Nutzung alternativer Energien steht im Vordergrund. Nicht zuletzt ist ein attraktives Wohnumfeld gewünscht. Das Wohnen der Zukunft in Deutschland wird sich weiterhin sehr differenziert entwickeln.

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