KS-Süd e.V.

Zweischalige Haustrennwände

Die Erwartungen der Bauherren an den Schallschutz von Doppel- und Reihenhäusern sind deutlich höher als bei Wohnungen in Geschosshäusern. Die DIN 4109 (1989) versuchte dem dadurch Rechnung zu tragen, dass sie bei den baurechtlichen Anforderungen für die Luftschalldämmung der Haustrennwand mit erf. R‘w = 57 dB einen höheren Schallschutz vorsah als bei Geschosshäusern, wo für die Wohnungstrennwand erf. R‘w = 53 dB gilt. Das reicht in aller Regel nicht aus, denn die Erfahrungen zeigen, dass die in DIN 4109 (1989) genannten Werte für Doppel- und Reihenhäuser in ruhiger Wohnlage bei weitem nicht als ausreichend für störungsfreies Wohnen empfunden werden. Die Bewohner gehobener Wohngegenden erwarten einen wesentlich höheren Schallschutz als einen den (Mindest-) Anforderungen der DIN 4109 (1989) entsprechenden.

Die E DIN 4109-1 hat sich dieser Ansicht angenähert, indem sie für nicht unterkellerte Doppel- und Reihenhäuser als erforderliche Schalldämmung R’w = 59 dB und für unterkellerte R’w = 62 dB festgelegt hat. Selbst diese Erhöhung der Mindestanforderungen schafft den genannten Konflikt nicht wirklich aus der Welt. Gemessen an den Erwartungen der Bewohner sollte ein erkennbar über diesen Mindestanforderungen liegender Schallschutz vorgesehen werden.

Als Planungsziel sollte auch bei unterkellerten Doppel- und Reihenhäusern ein erhöhter Schallschutz mit R’w = 67 dB angestrebt werden. Hierbei sind jedoch konstruktive Randbedingungen zu beachten.

Beispiellösungen für bewertete Schalldämm-Maße R‘zweischaliger KS-Haustrennwände in Abhängigkeit vom Zweischaligkeitszuschlag ΔRw,Tr


Hinweise zur Planung und Ausführung

Die bisherige Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes nach DIN 4109, Beiblatt 1 unter Berücksichtigung eines Bonus von 12 dB für die zweischalige Ausführung mit vollständiger Trennung der Schalen ist unter anderem an folgende Annahmen geknüpft:

  • Keine Anforderungen an den Schallschutz im untersten Geschoss, z.B. bei einem Nutzkeller
  • Die Fuge ist von der Oberkante des Fundaments lückenlos bis zur Dachhaut durchzuführen
  • Die flächenbezogene Masse der Einzelschale (inklusive eines eventuell vorhandenen Putzes) muss mindestens 150 kg/m² aufweisen.
  • Die Dicke der Trennfuge muss dabei mindestens 30 (besser 40) mm sein.
  • Bei Schalenabstand ≥ 50 mm muss die Masse der Einzelschale mindestens 100 kg/m² betragen.
  • Der Fugenhohlraum sollte idealerweise mit dicht gestoßenen und vollflächig verlegten Mineralfaserplatten Typ WTH nach DIN EN 13162 in Verbindung mit DIN 4108-10 ausgeführt werden, um Mörtelbrücken zu vermeiden.
  • Die Füllung des Schalenzwischenraums mit steifen Dämmstoffen (z.B. nicht elastifizierte Polystyrol-Hartschaumplatten) führt zu einer starren Koppelung der Haustrennwände, so dass der Schallschutz deutlich verschlechtert wird. Für solche Materialien kann der Nachweis nicht geführt werden.

Die Erhöhung des Schalenabstandes wirkt sich günstig auf den Schallschutz aus. Dies gilt nicht bei üblichen Schalenabständen im untersten Geschoss, wenn die Fußpunkte der Schalen (z.B. durch gemeinsame Bodenplatten und/oder Fundamente) gekoppelt sind. Hier wirkt sich die Erhöhung der flächenbezogenen Masse der Schalen deutlicher aus als eine Erhöhung des Schalenabstands.

Der Einfluss der flankierenden Schallübertragung durch die Kopplung der Haustrennwände am Fußpunkt kann zu einer drastischen Reduzierung der Schalldämmung führen. Statt des üblicherweise mit 12 dB angesetzten Zweischaligkeitszuschlags werden abhängig von der Art der Kopplung in der Realität häufig nur 6 dB erreicht, teilweise sogar noch weniger.

Zweischalige Wände ohne durchgehende Trennfuge (z.B. bei durchlaufenden Decken) sind zu vermeiden. Insbesondere bei dünneren biegesteifen Einzelschalen (z.B. 11,5 cm) wird der resultierende Schallschutz nicht höher, sondern eher niedriger als bei einer gleich schweren einschaligen Wand.

Prognose des Schalldämm-Maßes von zweischaligen Haustrennwänden

E DIN 4109 enthält statt eines pauschalen Zuschlags von 12 dB einen abgestuften Zuschlag für die Zweischaligkeit (ΔRw,Tr), der in 3-dB-Stufen die unterschiedlichen Kopplungsbedingungen im Fundamentbereich bei unvollständiger Trennung und unterschiedlichen Raumsituationen berücksichtigt.

R’w,2 = R’w,1 + ΔRw,Tr – K
 

R’w,2     Bewertetes Schalldämm-Maß der zweischaligen Haustrennwand

R’w,1     Schalldämm-Maß einer gleichschweren einschaligen Wand

ΔRw,Tr  Zweischaligkeitszuschlag in Abhängigkeit von der Kopplung im Fundamentbereich.

K            Korrekturwert K zur Berücksichtigung der Übertragung über flankierende Decken und Wände.

Der Korrekturwert K ist nur zu berücksichtigen, wenn die Übertragung im Fundamentbereich vernachlässigt werden kann (ΔRw,Tr = 12 dB) und wenn die mittlere flächenbezogene Masse der auf die Haustrennwand stoßenden massiven Flanken kleiner ist als die der empfangsraumseitigen Schale der Haustrennwand.

Details für zweischalige Haustrennwände

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