KS-West e.V.

Anforderungen im Industrie- und Gewerbebau

Nichts ist so sicher, wie die Unsicherheit. Neben der Grundvoraussetzung für eine Erweiterbarkeit von Industrie- und Gewerbegebäuden, nämlich der Bevorratung von freien Grundstücksflächen am Standort, geht es darum, dass möglichst geringe Investitionen für (ungewisse) Erweiterungsmaßnahmen entstehen.

Im Industrie- und Gewerbebau sind Kalksandsteine vor allem als nichtbrennbare Steine für hochfeuerbeständige Brandwände und für Sichtmauerwerkswände mit robusten Oberflächen bestens geeignet. Sei es, um in chemischen Anlagen, Abmauerungen auf Bodenplatten für Auffangwannen als Basis für die aufzubringenden Beschichtungssysteme zu erstellen, oder aber um ganze „Gerüstbauten“ auszufachen, also Stahlbetonskelettgebäude, deren Struktur fortwährend stehen bleibt und in denen lediglich die Nutzung und die Außen- und Innenwände umgebaut werden. Beliebt sind Kalksandsteine auch als Abgrenzungswände in Parkhäusern und Parkgaragen wegen ihrer Nichtbrennbarkeit, ihrer Flexibilität als kleinformatiges Sichtmauerwerk und als robustes Oberflächenmaterial, das schon mal einen Stoß aushält.

Speditionsgebäude

Sprühturm zur Trocknung

Anforderungen im Industriebau

Industriegebäude werden oft für einen bestimmten Zweck – eine bestimmte Produktion – erstellt. Läuft diese Produktion später aus, so ist das Gebäude wertlos und wird zurückgebaut. Für eine neue Produktion wird dann ein neues Gebäude errichtet. Aus diesem Grund ist bei den Lebenszykluskosten für diese Gebäude der Rückbau ein signifikanter Kostenfaktor. Industriegebäude sollen daher so weit als möglich zweitverwendbar sein. Unter Zweitverwendbarkeit versteht man die Nutzung für eine ähnlich gelagerte Produktion. Neben reinen Industriegebäuden werden an Industriestandorten auch die Nichtproduktionsgebäude (z.B. Bürogebäude) eines Unternehmens errichtet.

Anforderungen im Gewerbebau

Gewerbegebäude decken ein vielfältiges Spektrum ab. Dieses reicht von einem Werkstattgebäude für einen Handwerksbetrieb mit 300 m² bis hin zu einer 100.000 m² großen Logistikanlage zur Warendistribution. Im Gegensatz zu Industriegebäuden ist eine der Kernforderungen bei der Planung von Gewerbegebäuden die Sicherstellung der Drittverwendbarkeit. Unter Drittverwendbarkeit wird die Sicherstellung einer vollständig anderen Nutzung als bei der Erst- oder Zweitverwendung verstanden. Hieraus resultiert im Regelfall eine deutlich höhere Lebensdauer von Gewerbegebäuden. So ist bei sehr speziellen Nutzungen, z.B. Umschlaghallen für Kurier-Express-Paket-Dienstleistungsunternehmen (KEP) (z.B. TNT, UPS, DHL u.a.) die Planung von vorneherein auf die Drittverwendbarkeit abzustimmen. KEP-Gebäude sind  „torgetrieben“; sie ziehen ihre Leistungsfähigkeit aus der Anzahl der vorhandenen Tore in den Fassaden.

Bei der Planung von Gewerbebetrieben ist daher eine hohe Flexibilität durch planerische und bauliche  Maßnahmen sicherzustellen. So sind zentrale Einrichtungen, wie z.B. Zentralen für selbstständige Feuerlöschanlagen, Technikflächen für Raumlufttechnik und Stromversorgung etc., von vorneherein so auszuführen, dass diese bei einer Drittverwendung nachgerüstet werden können.

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