KS-West e.V.

Luftdichtheit

Die Luftdichtheit der Gebäudehülle ist ein wichtiger Bestandteil des Wärmeschutzes. Denn durch einen zu starken Wärmeaustausch kann es an den undichten Stellen zu Tauwasserbildung und damit zu Schimmelpilzbefall und weiteren Schäden kommen.

Hinsichtlich der Luftdichtheit ist der Mauerwerksbau mit Kalksandstein aufgrund seiner einfacheren und weniger fehleranfälligen Details im Vorteil gegenüber Leichtbauweisen, weil die Luftdichtheitsschicht schon durch einen einlagigen Innenputz hergestellt wird.

Anschluss der Luftdichtheitsschicht an eine verputzte KS-Wand nach DIN 4108-7

Einputzen der Folie bei Normalputz

mit Dünnlagenputz verputzte KS-Wand

Besonders hinzuweisen ist im Zusammenhang mit der Luftdichtheit auf folgende Details:

  • Alle Bauteilanschlüsse im Dach- und Fensterbereich
  • Alle Durchdringungen im Dach
  • Abschlüsse von Mauerkronen (Abdeckelung von Lochsteinen durch Mörtelauflage oder Verwendung gedeckelter Steine)
  • Alle offen zutage tretenden Lochkanäle der Mauersteine (z.B. an Mauerkronen und unter Fensterbrettern) sind durch eine Mörtelauflage abzudeckeln.
  • Der Innenputz ist bis auf OK Rohdecke zu führen

Kalksandsteine – auch als Lochsteine – werden grundsätzlich mit geschlossenem Deckel hergestellt. Dies ist vorteilhaft hinsichtlich der Verarbeitung (vollflächiger Mörtelauftrag) und Luftdichtheit (keine durchgehenden Lochkanäle). Werden so genannte KS –E-Steine mit durchgehenden Lochungen für die Elektroinstallation verwendet, so sind die Kanäle am Wandkopf zu schließen und die eingesetzten Steckdosen luftdicht anzuschließen, z.B. durch Einsetzen in einen Gipsbatzen oder Verwenden spezieller Steckdoseneinsätze.

KS-Mauerwerk selbst ist luftdicht. Dies gilt bereits bei Verwendung von einseitigem Dünnlagenputz (mittlere Dicke 5 mm) oder bei sorgfältiger Vermörtelung der Stoß- und Lagerfugen. Der Innenputz ist bis Oberkante Rohdecke zu führen.

Mauerwerksbereiche über abgehängten Decken, hinter Spülkästen, Fußbodenleisten, Estrichaufbauten etc. sind vor Anbringen der Einbauten vollflächig zu verputzen, um die Luftdichtheit zu gewährleisten.

Lüftungswärmeverluste

Wegen der erhöhten Luftdichtheit der Gebäudehülle und der vorgesehenen separaten Berücksichtigung der Wärmebrückenwirkungen wird ein Luftwechsel von 0,7 h-1 angesetzt. Falls bei natürlich belüfteten Gebäuden mittels messtechnischer Überprüfung die Einhaltung des Grenzwerts der Luftdichtheit gemäß DIN V 4108-7  (n50 ≤ 3,0 h-1) nachgewiesen wird, kann ein Luftwechsel von 0,6 h-1 bei Fensterlüftung und Zu-/Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung bzw. 0,55 h-1 bei Abluftanlagen in Ansatz gebracht werden. Der Lüftungswärmeverlust berechnet sich zu: 

HV = 0,34 · n · V
Bei Verwendung einer mechanischen Lüftungsanlage und Inanspruchnahme des entsprechenden Bonus wird die messtechnische Überprüfung des entsprechenden Grenzwertes von n50 = 1,5h-1 obligatorisch. Auch bei natürlich belüfteten Gebäuden entwickelt sich der Dichtheitstest (Blower-Door), zumindest beim Ein- und Zweifamilienhaus, zum Standard.

Bei Nichteinhalten der bei Bauantragstellung zugrunde gelegten Luftdichtheit ist nachzubessern, ähnlich wie dies z.B. auch bei brandschutztechnischen Belangen der Fall ist.

Weitere Informationen zum Wärmeschutz im Downloadcenter:

Planungshandbuch Kalksandstein (PKA) Kapitel "Wärmeschutz"
Broschüre Energie Einsparverordnung 2014

Hier geht es zum Downloadcenter Kalksandstein

KS-Lexikon

Infomaterial