KS-West e.V.

Schallschutz auch für ältere Menschen

Oftmals wird zu Unrecht vermutet, dass bei älteren Bewohnern in Wohn- und Pflegeeinrichtungen der Schallschutz wegen altersbedingter Schwerhörigkeit eine geringere Bedeutung hat als im „normalen Wohnungsbau“ und daher geringere Anforderungen an den Schallschutz bestehen würden. Senioren leben jedoch meist mit einer lauteren Geräuschkulisse (Radio, Fernsehen u.U. wegen Schlaflosigkeit auch nachts).

Die Mindestanforderungen an den Schallschutz nach DIN 4109 sind immer dort einzuhalten, wo Menschen dauerhaft wohnen, wie dies z.B. in Wohn- und Pflegeheimen der Fall ist. Es gelten die Anforderungen wie im Geschosswohnungsbau und nicht etwa die geringeren Anforderungen wie bei zeitweiser Unterbringung in Beherbergungsstätten (Hotels) oder Krankenanstalten/Sanatorien. 

Die Anforderungen1) an den Luftschallschutz von Wänden und Decken in Wohn- und Pflegeheimen ergeben sich in Analogie zur Typisierung nach DIN 4109:1989

Lösungen zum Schallschutz mit einschaligen Kalksandsteinwänden 

Durch die meist eingeschränkte Wahrnehmung (z.B. Schwerhörigkeit) sowie Erkrankungen der Bewohner (z.B. Alzheimer) ist der ständige Lärmpegel höher als im Geschosswohnungsbau. Die Einhaltung des erhöhten Schallschutzes ist daher stets zu empfehlen. Bei kombinierten Nutzungen (Wohnen und Pflegen) sind die höheren Anforderungen an den Schallschutz zu empfehlen, um das Gebäude flexibel nutzen zu können. Dies ist gerade hinsichtlich der möglichen Umnutzung zu hochwertigen Wohnräumen für die spätere Vermarktung zu betrachten. Guter Schallschutz kann nicht – oder nur mit unzumutbarem Aufwand – nachgerüstet werden.

Welche Frequenzen (=Töne) das menschliche Ohr hören kann, hängt vom Alter ab. Ein Jugendlicher im Alter von ca. 15 Jahren sollte noch die Töne bis 18 kHz hören. Im Alter wird dies erheblich weniger.

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