KS-West e.V.

Sichtmauerwerk

Sowohl für Außenwände als auch für Innenwänden bietet KS-Sichtmauerwerk mit seiner glatten oder strukturierten Oberfläche eine Fülle von gestalterischen Möglichkeiten. Dies gilt speziell in Kombination mit anderen Baustoffen, wie Holz, Glas und Beton. Das feine Fugennetz gliedert die Sichtmauerwerksflächen maßstäblich und unaufdringlich. KS-Sichtmauerwerk kann unbehandelt bleiben, farblos imprägniert oder deckend gestrichen werden.

Foto: Atelier Kinold

Steinarten für verschiedene Anwendungsbereiche - Übersicht

Außensichtmauerwerk

Nach DIN EN 1996-2/NA sind frostwiderstandsfähige Kalksandsteine entsprechend DIN V 106 zu verwenden und zwar:

  • bei Schornsteinköpfen, Kellereingangsmauern, Stütz- und Gartenmauern, stark strukturiertem Mauerwerk und ähnlichen Anwendungsbereichen, KS-Verblender (KS Vb),
  • für zweischaliges Mauerwerk mit oder ohne Wärmedämmung mit außenseitiger Beschichtung der Außenschale KS-Verblender (KS Vb),
  • für zweischaliges Mauerwerk mit oder ohne Wärmedämmung ohne außenseitige Beschichtung oder Imprägnierung der Außenschale KS-Verblender (KS Vb) oder KS-Vormauersteine (KS Vm),
  • für einschaliges Außensichtmauerwerk mit außenseitiger Beschichtung der Außenschale KS-Verblender (KS Vb),
  • für einschaliges Außensichtmauerwerk ohne außenseitige Beschichtung der Außenschale KS-Verblender (KS Vb) oder KS-Vormauersteine (KS Vm).



Ausbildung der Außenschale beim zweischaligen Mauerwerk

Angaben nach DIN EN 1996/NA

Innensichtmauerwerk

Für Innensichtmauerwerk spielt die Frostwiderstandsfähigkeit der Steine im Allgemeinen keine Rolle. Spezielle Verblendsteine für Innensichtmauerwerk gibt es nicht. So ist im Einzelfall zu entscheiden, ob bei hohen optischen Anforderungen KS-Verblender, KS-Vormauersteine nach DIN V 106 oder bei geringeren optischen Anforderungen „normale“ Kalksandsteine nach DIN V 106 zur Anwendung kommen (zum Beispiel bei Kellermauerwerk, Industrie- und Wirtschaftsbauten).

 

Unterschiede Außen- und Innensichtmauerwerk

Gestalterische Wirkung und Erscheinungsbild

Unter dem Begriff Sichtmauerwerk kann sehr Unterschiedliches verstanden werden. Einheitliche Kriterien für das optische Erscheinungsbild von Sichtmauerwerk gibt es nicht. Um Missverständnissen zwischen Planern, Bauunternehmern und Bauherren vorzubeugen, sollte daher die erwartete Leistung – das Sichtmauerwerk – möglichst vollständig und eindeutig in der Leistungsbeschreibung beschrieben werden.

KS-Verblender im Format NF

bruchraue KS-Verblender, Format NF

bossierte KS-Verblender, Format NF, weißer Fugenmörtel

KS-Fasensteine, außen Verblenderqualität mit vermörtelten Stoßfugen

Sichtmauerwerk unterliegt rohstoffbedingt gewissen farblichen Schwankungen. Handwerksgerecht erstelltes Sichtmauerwerk lebt von diesen kleinen Unregelmäßigkeiten und sollte z.B. nicht mit einer Fliesenbekleidung verglichen werden. Es ist zu empfehlen, dass in der Leistungsbeschreibung neben Mustersteinen auch eine Musterfläche vereinbart wird. Mit Hilfe einer solchen Musterfläche können Steine, Mauerverband und Verfugung festgelegt und abgestimmt werden.

Steinformat und spezielle Steinoberflächen

KS-Verblender gibt es in sehr unterschiedlichen Formaten, vom DF (Schichthöhe 6,25 cm) und NF (Schichthöhe 8,3 cm) zum 2 DF (Schichthöhe 12,5 cm) und größeren Formaten, z.B. 4 DF (115) (Schichthöhe 25 cm).
KS-Verblender sind teilweise werkseitig mit einer Imprägnierung vorbehandelt. KS-Verblender mit bruchrauer oder bossierter Oberfläche verleihen dem KS-Sichtmauerwerk ein besonderes Aussehen.

 

KS-Produkte für Sicht- und Verblendmauerwerk

Beispiele für Vermauerung mit Normalmauermöretel

Bei der Planung ist zu berücksichtigen: Je größer das Steinformat ist, desto stärker fallen Unregelmäßigkeiten bei den Steinen oder insbesondere beim Mauerverband auf. Bei großformatigen Verblendsteinen müssen daher der Mauerverband, die Eckausbildungen sowie das Einpassen der Tür- und Fensteröffnungen in den Verband geplant werden.

Für Sichtmauerwerk werden auch KS-Fasensteine verwendet. Zur Verwendung in der Verblendschale von zweischaligem Mauerwerk (Anforderungen an den Frostwiderstand nach DIN V 106) muss die Aufstandsbreite > 90 mm betragen. Witterungsbeanspruchte Wände (Schlagregen!) aus Fasensteinen sind stets mit vermörtelter Stoßfuge herzustellen.

KS -Fasensteine für Sichtmauerwerk

 zu versetzen in Dünnbettmörtel

Mauerverband

Sichtmauerwerk von Verblendschalen oder Ein-Stein-Mauerwerk mit einer Steinreihe je Schicht wird meist im Läuferverband ausgeführt. Zur Verbesserung der Rissesicherheit ist ein Mauerverband mit halbsteiniger Überdeckung einem Verband mit viertelsteiniger Überdeckung vorzuziehen.

Mauerverbände für Sicht- und Verblendmauerwerk, Beispiele

Verfugung

Die Art der Verfugung hat ebenfalls großen Einfluss auf das Erscheinungsbild. Außenschalen mit Dicken von < 105 mm müssen nach DIN EN 1996-2/NA mit Fugenglattstrich ausgeführt werden.

Nachträgliche Verfugung

  • Die nachträgliche Verfugung führt zu glatten Fugen. Der Fugenmörtel wird nach Fertigstellung der Sichtmauerwerksfläche in einem separaten Arbeitsgang eingebracht. Dadurch kann die Mörtelfugenfarbe unabhängig vom Mauermörtel gewählt werden. Die Farbe des Fugenmörtels bestimmt den Kontrast zwischen Steinen und Fugen.
    • Weiße Verblendsteine mit weißen Mörtelfugen ergeben ein flächig wirkendes Sichtmauerwerk. Steine und Fugen treten in der Fläche optisch stark zurück.
    • Bei dunklem Fugenmörtel und hellen Steinen sind die einzelnen Steine und Schichten deutlicher abzulesen.

Fugenglattstrich
Der Fugenglattstrich ergibt im Allgemeinen halbrund geformte Fugen. Der Mauermörtel wird beim Aufmauern des Sichtmauerwerks mit einem Schlauch oder einem Fugholz glattgestrichen. Hierbei handelt es sich um eine technisch einwandfreie und sehr wirtschaftliche Technik, bei der jedoch vorauszusetzen ist, dass die Maurer die Technik des Fugenglattstrichs beherrschen und ein optisch einwandfreies Fugenbild erstellen können.

Geschlämmtes Mauerwerk
Geschlämmtes Mauerwerk wird häufig bei Kellermauerwerk, in Nebenräumen oder bei Industriebauten als preisgünstige Form des Sichtmauerwerks (sichtbar belassenes Mauerwerk) mit Abstrichen an das optische Erscheinungsbild ausgeführt. Durch das Schlämmen mit einem Quast beim Aufmauern entsteht ein mehr oder weniger „rustikales Sichtmauerwerk“, das anschließend mit einem deckenden Anstrich versehen werden sollte.

Oberflächenbehandlung

Sichtmauerwerk kann aus optischen Gründen farblos imprägniert oder mit einem deckenden Anstrich versehen werden.

Eine farblose Imprägnierung verändert das Erscheinungsbild des Sichtmauerwerks nicht, sie bewirkt jedoch einen gewissen Selbstreinigungseffekt und wirkt insbesondere bei Verblendsteinen mit strukturierten Oberflächen einer Verschmutzung entgegen. Nach Regen trocknet das Sichtmauerwerk an der Oberfläche gleichmäßig und schnell ab, unterschiedliche Feuchtigkeit tritt optisch nicht in Erscheinung.

Bei deckenden Anstrichen wirkt das Sichtmauerwerk flächig. Der Kontrast zwischen Steinen und Fugen tritt in der Fläche deutlich zurück. Leichte Verschmutzungen beim Erstellen des Sichtmauerwerks oder Unregelmäßigkeiten der Verfugung sind weniger augenfällig.

Gefahr durch Witterungseinflüsse

Für ein langfristig einwandfreies Erscheinungsbild ist auch auf eine wirksame Ableitung des Regenwassers zu achten. Horizontale und schräge Mauerwerksflächen sind mit wasserundurchlässigen Materialien abzudecken. Fensterbänke und Attikaabdeckungen sollten mit Überstand und Tropfkante ausgeführt werden.

Elektroinstallationen in KS-Innensichtmauerwerk

Die Ausführung der Elektroinstallation erfordert bei Innensichtmauerwerk eine gewisse Vorplanung, um möglichst günstige Leitungsführungen zu erreichen; dann lässt sie sich jedoch ohne Schwierigkeiten durchführen.

Die Zuleitungen vom Zählerkasten bzw. vom Stromkreisverteiler werden auf der Rohbetondecke verlegt. Dabei werden die Leitungen durch Installationsrohre – z.B. Kunststoffpanzerrohr – oder etwa 2 cm hohe Kanäle aus Kunststoffen zweckmäßigerweise vor Beschädigungen geschützt. Die Kanäle und Installationsrohre werden durch geschüttete oder weich federnde Dämmungen überdeckt.
Die NYM-Leitungen werden z.B. in Türleibungen bis auf die Höhe der Steckdosen oder Schalter hochgeführt und durch eine Horizontalbohrung zu den Schalterdosen geführt. Die Leitungen sind im Endzustand später durch Türfutter und Bekleidungen abgedeckt.
Zuleitungen zu Schaltern oder Steckdosen, die sich nicht im Bereich einer Türöffnung befinden, erfolgen durch Einlegen der Leitungen in die Mörtelfugen im Verlauf des Mauerverbandes. Die Fugen bleiben hierfür etwa 25 mm tief ausgekratzt und werden nach dem Verlegen der Leitungen mit Fugenmörtel geschlossen.
Bewährt haben sich außerdem bei Büro-, Verwaltungs- und Industriebauten u.a. Stahl-Türzargen mit Kabelkanal und Auslässen für Schalter und Steckdosen sowie auch sichtbare Leitungsführungen mit oder ohne Kunststoffkanäle.

KS-Lexikon

Infomaterial