Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.
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    Werkberichte sind Beschreibungen des Bauvorhabens durch den Architekten.



Bürogebäude Längenstrasse

Das neue Bürogebäude am Schoppershof liegt in direkter Nachbarschaft zum Tucherschen Schloss aus dem 16.Jahrhundert.

Die historische Schlossmauer begrenzt das Gründstück im Süden.

Bürogebäude Längenstrasse

Der langgestreckte, dreigeschossige Baukörper wird vom nördlich gelegenen, mit Hecken begrünten Parkplatz erschlossen.

Man betritt das Gebäude auf der mittleren Ebene.
Ein zentraler, gedeckter Zugang führt in das großzügige, mit Natursein belegte Foyer mit Panoramafenster zum Schlosspark.

Das dreigeschossige Gebäude lässt sich in maximal sechs Einheiten aufteilen, zwei je Etage. Im Dachgeschoß befinden sich die notwendigen Lager- und Archivflächen.
Das Erdgeschoß hat direkten Zugang zum Garten.

Erdgeschoß mit direktem Zugang zum Garten

Alle Ebenen sind über einen großzügigen Aufzug erschlossen.
In den Einheiten gelangt man zunächst in einen Empfangsbereich, um sich dann in die einzelnen Büros und Besprechungsräume zu verteilen.

Alle notwendigen Serviceräume wie Toiletten, Serverräume und Teeküchen etc. sind in mit Holz verkleideten Kernen an der Nordseite untergebracht.

Die meisten Büroräume liegen an der vollverglasten Südfassade mit Blick auf den historischen Schlosspark. Zusätzliche Öffnungsflügel ermöglichen die individuelle Lüftung durch den Nutzer.

Die stützenfreien Büroflächen sind z.T. durch raumhoch verglaste Elemente vom Flur abgetrennt, eine flexible, nutzerspezifische Büroeinteilung (vom Zellenbüro bis zum Großraum ist jede Typologie umsetzbar) ist gewährleistet.
Die Nordseite des Gebäudes erhält ebenfalls große, raumhoch verglaste Fensterelemente mit Öffnungsflügeln.

Eine automatisch gesteuerte Nachtauskühlung sorgt im Sommer für angenehme Temperaturen in den Büroräumen.

Büroräume

Die Nordfassade sowie die Giebel werden mit einer Schicht aus bronzefarben eloxierten dünnen Aluprofilen verkleidet. Die Farbigkeit wird durch 5% anders farbige Profile differenziert, durch bewußt gesetzte horizontale Fugen entsteht eine Art "Gewebestruktur mit Kette und Schusselementen".

Die gerasterte, vollverglaste Südfassassade wird von außenliegenden, dünnen Aluminiumlisenen in vertikaler und horizontaler Richtung getragen. Dadurch entsteht eine starke Profilierung, die ein sehr abwechlunsreiches Licht-und Schattenspiel erzeugt. Ferner ist der außenliegende, textile Sonnenschutz in diese Konstruktion integriert.

Alle Fassaden erhalten einen zusätzlichen, innenliegenden Blendschutz aus farbig abgesetzten Vorhängen.

Fassade mit Aluprofilen

Das asymmetrische Satteldach wird mit einem fein profilierten Aluminiumblech bedeckt, welches die gleiche Struktur und Farbigkeit hat wie die Fassaden, dies verstärkt die skulpturale Wirkung des langen Baukörpers.

Aufgrund der Hanglage ist das Gebäude mittels einer freistehenden Sichtbetonwand komplett losgelöst, so dass sich auf der Nordseite im EG ein durchgehender gut belichteter und mit Bambus begrünter Lichthof ergibt.

Die Gestaltung der Außenanlagen um das Haus setzt die Idee des historischen Schlossgartens fort, der mit einzelnen Baumgruppen und Hecken eine großzügige Erscheinung erhält.

Einzelne Baumgruppen


Die städtebauliche Entscheidung das Gebäude als schmalen Riegel parallel zur historischen Schloßmauer zu situieren, ermöglichte dem Gebäude zwei gänzlich unterschiedliche Fassaden zu geben.

Die der Wohnbebauung zugewandte Nordseite sollte eher eine vielfältige, unregelmässige, die Länge brechende Gestalt erhalten, während die zum Schloßpark hin orientierte Fassade sich vollständig gleichmäßig und gläsern präsentieren sollte.

Zwei gänzlich unterschiedliche Fassaden

Um dem sehr langgestreckten Baukörper eine gute Proportionierung zu geben wurde eine vertikale, feine Lamellenstruktur aus bronzefarbenen Aluminiumquadratrohren (30x30mm) als vorgehängte, wärmegedämmte, hinterlüftete Fassade mit einer unregelmäßigen, horizontalen Fugenstruktur überlagert.

Zusätzlich ist die Farbigkeit der Vertikallamellen in drei Eloxalfarben aufgeteilt, die mit unterschielichen Mischungsanteilen zu einer Art Farbmodulation führen.
Die unterschiedlich breiten, raumhohen Fensteröffnungen (Holz/Aluminiumelemente) wurden bündig in die Fassadenstruktur gesetzt, um die Perforation der fein strukturierten Fläche zu betonen. Vor den Öffnungsflügeln der Fenster wurden feinere Lamellen (20x40mm) eingesetzt, um eine Differenzierung dieser Teilflächen zu erreichen.

Die Lamellenstruktur mit den horizontalen Schlitzfugen wurde über die Giebel als komplette Fläche gezogen, dies erhöht zusammen mit der Trapezwelle (in gleicher Proportion wie die Vertikallamellen) auf dem Dach die Körperhaftigkeit dieser "textilen"Verkleidung.

Vertikale, feine Lamellenstruktur der Fassade

Die nach Süden orientierte Gartenfassade ist sowohl strukturell, konstruktiv, wie auch in ihrem Erscheiningsbild komplementär gestaltet. Die 70m lange, dreigeschossige Glasfassade hat ein außenliegendes Tragwerk aus 30mm breiten und 200mm tiefen, stranggepreßten Aluminiumrohren. Im Inneren sind die raumhohen Holzaluminiumelemente im Ausbauraster von 1,2m eingesetzt.

Durch diese Maßnahme entsteht eine extreme Profilierung der bis auf das Foyerfenster komplett gleichmäßig durchgerasterten Fassade, die sehr schöne, sich ständig verändernde Licht-und Schattenspiele mit der Südsonne erzeugt.

Jedes zweite Fensterelement erhält zur Lüftung einen mechanisch und einen motorisch bedienten Öffnungsflügel mit davorliegendem feinen Lochblech als Schutz vor Tieren etc.
Ein außenliegender Sonnenschutz aus schwarzem Textilrollo gewährleistet den sommerlichen Wärmeschutz.

Außenliegender Sonnenschutz aus schwarzem Textilrollo

Projektdaten
Nichtwohnbau: Büro- und Verwaltungsgebäude
90491 Nürnberg
Bauvorhaben:

Neubau eines Bürogebäudes

Architekt:

a.ml und partner
Architekturwerkstatt Prof. Matthias Loebermann
Moltkestraße 5
90429 Nürnberg
Tel. 0911.510 90 31, Fax 0911.510 90 32
mail@aml-partner.de, www.aml-partner.de

Bauherr:

Dr. Lorenz Tuchersche Stiftung
Elbinger Strasse 20
90491 Nürnberg

Bauunternehmer:

Fa. Laise & Ruhm GmbH
Conradtystraße 25
90441 Nürnberg

Generalunternehmer:

a.ml und partner

Fertigstellung:

2010

 
Ansprechpartner:

KS-Bayern e.V.
Rückersdorfer Str. 18
90552 Röthenbach
Tel.: 09 11/5 40 60 30
Fax: 09 11/5 40 60 39
info@ks-bayern.de
www.ks-bayern.de

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