Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.
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    Werkberichte sind Beschreibungen des Bauvorhabens durch den Architekten.



Service + Pflege in 45701 Herten-Westerholt Kalksandstein für ein gutes Raumklima

Mit der WHS eG als Bauherrin ist hier ein modernes, hochwertig ausgestattetes Pflegeheim mit Wohnungen für 80 Senioren sowie in direkter Nachbarschaft eine Servicewohnanlage mit 36 individuell zugeschnittenen Wohnungen entstanden. Die kompakte Bauform der beiden Häuser, die zentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Lüftungsleitungen in den Rohdecken, Dreischeibenverglasung in Verbindung mit Verschattungsanlagen und Wärmedämmmaßnahmen erlaubten die Realisierung als KfW-40-Gebäude.

Service + Pflege in 45701 Herten-Westerholt Kalksandstein für ein gutes Raumklima

Welche besonderen Bedürfnisse haben ältere und zum Teil an Demenz erkrankte Menschen? Und welche Umgebung gibt ihnen ein hohes Maß an Freiheit und zugleich die nötige Sicherheit? Diese Fragen stellten sich die Bochumer Architekten von Tor 5 zu Beginn ihres Entwurfes für ein Altenpflegeheim in Herten-Westerholt.

In enger Abstimmung mit den Nutzern planten die Architekten einen Neubau, der neben einem ausgeklügelten Farb- und Raumkonzept auch ein hohes Maß an Energieeffizienz aufweist. Das Gebäude ist Teil einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme auf dem Areal einer ehemaligen Gärtnerei. Die Pflegeeinrichtung und eine benachbarte, ebenfalls von Tor 5 errichtete Seniorenwohnanlage mit 36 Appartments sollen mit benachbarten Stadthäusern, grünen Höfen und einem Park zu einem neuen innerstädtischen Quartier zusammenwachsen.

Im Ortskern von Westerholt, unmittelbar an Bahngleisen gelegen, stellte das Grundstück erhöhte Anforderungen an den Schallschutz. Dem begegneten die Architekten durch die Ausrichtung des Gebäudes: Die einfache Grundstruktur der beiden Häuser bildet entlang des vorhandenen Bahndamms eine geschlossene Kubatur, während sie sich zum zukünftigen Stadtteilpark und zum Quartier öffnet. Der im rückwärtigen Teil voll verglaste Gebäudeeinschnitt markiert den Eingang und rahmt einen geschützten Außenbereich für die Bewohner. Die neu entstandenen Wohneinheiten für 80 Personen umgeben, ähnlich einer dörflichen Struktur, das Zentrum mit lichten und offenen Gemeinschaftsräumen.

Als zentrales Gestaltungselement haben die Architekten in Zusammenarbeit mit Friedrich Schmuck von der Folkwang Hochschule Essen ein Farbkonzept entwickelt, das zwischen öffentlichem und privatem Raum differenziert und so den Bewohnern die Orientierung erleichtert. Da das Farbkonzept sich auch auf den Fassaden fortsetzt, ist die räumliche Struktur auch von außen ablesbar. Im Erdgeschoss finden sich alle Therapie- und Gemeinschaftsräume, außerdem auch Lager- und Verwaltungsbereiche. Im ersten und zweiten Obergeschoss liegen die regulären Pflegezimmer. Das Staffelgeschoss mit zwei großen Dachterrassen schließlich ist den an Demenz erkrankten Bewohnern vorbehalten. 1,80 m hohe Absturzsicherungen aus Glas sorgen für ausreichende Sicherheit und gewähren trotzdem den freien Ausblick. An Demenz erkrankte Menschen haben zumeist einen erhöhten Bewegungsdrang. Um ihnen in diesem Punkt maximale Freiheit zu geben, wurden die Stationen so gestaltet, dass sich die Bewohner auf ihrer Etage frei (auch barrierefrei) bewegen können. Kurze Wege innerhalb der Stationen, ein gutes Raumklima und hochwertige Materialien (z.B. Eichenparkett und Linoleum) tragen zum Wohlbefinden der Bewohner und Pflegekräfte bei.

Projektdaten
Wohnungsbau: Mehrfamilienhaus
Nichtwohnbau: Pflege- und Wohnheime
45701 Herten-Westerholt
Energiesparhaus
Außenwand: Wärmedämmverbundsystem
Sichtfläche außen: Putz
Bauvorhaben: Service + Pflege Grüne Mitte in 45701 Herten-Westerholt
"Klima-Architektur" Kalksandstein für ein gutes Raumklima
Architekt: Tor 5 Architekten, BDA
Alleestraße 144
44793 Bochum
Telefon: 0234-6406190
Telefax: 0234-6406199
architekten@tor5.de
www.tor5.de
Bauherr: Wohnungsgenossenschaft Herne Süd eG
Bauweise: Massivbauweise
Fertigstellung: 2008
Produkt: Kalksandstein XL PE
Mauerwerk
Alle Wände - die tragenden Außen- und die nicht tragenden Innenwände - wurden aus Kalksandstein-Planelementen gefertigt. Für diesen Baustoff sprechen sowohl seine Dämmeigenschaften als auch das damit einhergehende gute Raumklima. Außerdem sind die großformatigen Steine sehr ökonomisch zu verbauen. Um einen ausreichenden Wärmeschutz zu erreichen, erhielten die tragenden Wände aus 24 cm dicken KS XL Planelementen eine 16 cm starke Wärmedämmung aus EPS Hartschaumplatten, die wiederum von einer 2 cm dicken Putzschicht gegen Witterungseinflüsse geschützt wird. Wo nötig, wurden aus Brandschutzgründen anstelle der EPS-Platten mineralische Dämmplatten verwendet. Ein integraler Bestandteil der Wärmedämmverbundfassade ist ein durchgehendes Putzprofil als unterer Abschluss der farbigen Putzflächen und als Fensterbank. Dies ermöglichte einen wärmebrückenreduzierten Anschluss an die hoch dämmenden Fenster.

Durch die kompakte Bauform der beiden Häuser und die verwendeten Materialien weist der Neubau eine ausgesprochen gute Energiebilanz auf. Dies wird unterstützt durch zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie Lüftungsleitungen in den Rohdecken und Kraft-Wärmekopplung bei Nah- und Fernwärme. Insgesamt gilt das Projekt als KfW-40-Gebäude.
Sonstiges: Der Referenzwettbewerb wurde erstmals von Xella Deutschland unter dem Titel "Klima-Architektur" ausgelobt und mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Der erste Preis der Auslobung ging an ein Architektenteam in Bochum für den Entwurf des Seniorenpflegeheims Grüne Mitte Westerholt (Bild). Insgesamt wurden vier Auszeichnungen vergeben.
Die Preisträger sind:
Preis: Seniorenpflegeheim Grüne Mitte Westerholt; Tor 5 Architekten BDA, Bochum
An die Teilnehmer stellte der Wettbewerb komplexe Anforderungen. Alle eingereichten Objekte mussten die Kriterien an energieeffiziente Gebäude nach der EnEV 2007 nachweislich um mindestens 40 Prozent unterschreiten und sollten gleichzeitig ein optimales Raum-, Wohn- und Arbeitsklima bieten. Neben der Erfüllung von hohen technischen Standards ging es dabei vor allem um die Verbindung von hoher gestalterischer Qualität mit außergewöhnlicher Atmosphäre für verschiedene Nutzungsanforderungen.

Mit dem Konzept des Seniorenpflegeheim Grüne Mitte Westerholt in Herten gelang es dabei den Siegern Herfried Langner und Markus Wüllner von Tor 5 Architekten aus Bochum, diese Anforderungen auf allen Ebenen zu erfüllen. Das Pflegeheim bietet Wohneinheiten für 80 Personen, die sich in unterschiedlichen Nachbarschaften anordnen. Sie umgeben ähnlich einer dörflichen Gemeinschaftsstruktur das Zentrum mit lichtdurchfluteten Gemeinschaftsräumen. Ein Farbkonzept, explizit für demente Patienten zusammen mit Prof. Schmuck entwickelt, differenziert zwischen öffentlichem und privatem Raum und erleichtert die Orientierung. Der Einsatz von Silka Kalksandstein für Innen- und Außenwände in Verbindung mit WDVS und einem intelligenten Energiekonzept trägt nach dem Urteil der Jury entscheidend zu einem positiven Wohn- und Arbeitsklima bei.

Fotos: © Guido Erbring, Köln
Veröffentlichung: zu besichtigen beim Tag der Architektur 2010
Besichtigungsadresse:
Annastraße 18-22
45701 Herten-Westerholt
Besichtigungszeit:
Sa. 26.06. 14.00-16.00 Uhr
Treffpunkt:
Eingangsbereich Pflege
 
Ansprechpartner:

KS-West e.V.
Barbarastr. 70
46282 Dorsten
Tel.: 0 23 62 /95 45-0
Fax: 0 23 62 /95 45-25
info@ks-west.de
www.ks-west.de

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