Checklisten

Bauherr

Bauvorbereitung/Finanzierung

Was wollen wir?

  • Wohnflächenbedarf
  • Anzahl der Räume
  • Nutzungswünsche (Arbeit, Hobby, Garten)
  • Jetzt bauen/kaufen oder Projekt verschieben?

Kassensturz

  • Wie viel Eigenkapital steht zur Verfügung?
  • Wie hoch darf die Belastung werden?
  • Fördermöglichkeiten seitens Bund, Land oder Gemeinden abchecken (Einkommensgrenzen)
  • evtl. günstiges Darlehen vom Arbeitgeber möglich?
  • Finanzfachmann befragen (Bausparkasse, Bank)
  • Vergleichsangebote einholen

Grundstückssuche

  • Kaufen oder Erbpacht? Verbilligtes Grundstück für bestimmte Zielgruppen erhältlich (Gemeinde fragen)?
  • Abwägung höherer/niedriger Grundstücks- bzw. Kaufpreis gegenüber geringerem/höherem Kostenaufwand für Fahrten zur Arbeit, zu Schulen, zum Einkaufen...
  • örtliche Bauvorschriften und Erschließungsverhältnisse erkunden
  • Baugrundverhältnisse erkunden; evtl. Bodengutachter einschalten, erspart teure "Überraschungen"; Teure Gründung nötig? Höhe des Grundwasserspiegels? Aitlast?

Partnerwahl

  • Vergabemethode: Mit welchem Architekten/Bauträger/Generalunternehmer will ich bauen?
  • Architekt: Erfolgshonorar bei Kostenunterschreitung vereinbaren
  • Bauträger/GU: Was ist in einem eventuellen Festpreis tatsächlich enthalten/Was kommt hinzu?
  • Welche Einflussmöglichkeiten habe ich (noch) auf Bauweise, Standards, Grundriss?
  • evtl. Bauherrengemeinschaft bilden (organisierte Gruppenselbsthilfe, Bebauung größerer Grundstücke)

Die wichtigsten Entscheidungen

Hausform

  • kompaktes Reihenhaus (Kostenaufwand = 100%)
  • gegliedertes Reihenhaus (106%)
  • Doppelhaus (115%) oder
  • freistehendes Einfamilienhaus (127%)?

Individualisierungsgrad

  • "fertiger" Neubau
  • abgewandeltes Typenhaus
  • individuell geplantes "Architektenhaus"

Eigenleistungsanteil

  • schlüsselfertig
  • mit Teil-Eigenleistungen
  • Ausbauhaus
  • organisierte Gruppenselbsthilfe

Unterkellerung (Keller lässt sich nicht nachrüsten!)

  • Baugrundverhältnisse (s.o.)
  • Nutzungsbedarf
  • Kosten-/Nutzenvergleich

Bausystem

  • landschaftstypische, klimatische Bedingungen beachten: 1) erhöhte Schlagregenbelastung? 2) häufige Frost-Tau-Wechsel? 3) exponierte Lage?
  • kompakte Bauform wählen; Auflockerungen durch thermisch getrennte Gestaltungselemente (Wintergarten, vorgesetzte Balkone, nicht beheizte Vorbauten)
  • schlanke, hochwärmegedämmte Wände mit gutem Schallschutz wählen: tragende Außenwände z.B. 17,5 cm KS mit Wärmedämmverbundsystem oder 15 cm KS mit Kerndämmung und Verblender
  • giebelständiges Satteldach bevorzugen: mehr Ausbau-Reserve im Dachgeschoss als beim traufständigen Satteldach

Grundrissgestaltung

  • "offene" Grundrisse sparen zwar Wände, vermindern jedoch Rückzugsmöglichkeiten
  • thermische Zonierung beachten
  • passive Soiargewinne nutzen
  • nutzungsneutrale Raumgrößen bevorzugen, denn allzu "individuelle" Grundrisse beeinträchtigen spätere Umnutzungen bzw. Verkaufsmöglichkeiten

Energie

  • besser dämmen heißt, jetzt mehr ausgeben, aber in Zukunft sparen
  • evt. Solartechnik nutzen
  • nicht nur den winterlichen, auch den sommerlichen Wärmeschutz beachten
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Investor

Projektvorbereitung

Zieldefinition: Was soll gebaut werden?

  • Funktionale Anforderungen an das Gebäude definieren
  • Wohnwert definieren zur Sicherung der Akzeptanz durch die Bewohner/Sicherung der Vermarktungschancen

Kostendefinition: Wieviel darf es maximal kosten?

  • Kostenobergrenzen definieren (Finanzbudget)
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung vornehmen

Vergabemethode

  • Mit welchem Architekten / Bauträger / Generalunternehmer will ich bauen?
  • Einzelvergabe oder an Generalunternehmer?
  • Möglichkeit des Projekttransfers prüfen (Planung eines schon einmal gebauten kostengünstigen Projektes evtl. auf Lizenzbasis übernehmen)
  • am besten: Bauteam bilden

Standortwahl

  • Grundstückspreisniveau
  • Verkehrsanbindung
  • örtliche Infrastruktur (Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitwert)
  • Vermietungs-/Vermarktungschancen
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Planung

Generell

  • Bauteam anstreben

frühzeitige Zusammenarbeit mit

  • Vermessungsingenieur
  • Bodengutachter
  • Tragwerksplaner

Im Verlauf der weiteren Planung Fachingenieure hinzuziehen für

  • Bauphysik (Wärme-, Schall- und Brandschutz)
  • Haustechnik
  • Landschaftsplanung sowie
  • den KS-Bauberater
  • ausführende Unternehmen mit einbeziehen (ausführungsgerechte Planung)
  • Genehmigungsrisiko minimieren durch Bauvoranfrage

Grundstück und Erschließung

  • Zulässige Geschossfläche möglichst voll ausschöpfen
  • PKW-Stellplatzfrage klären: Tiefgarage, Carports, Stellplätze an öffentlichen Verkehrsflächen?
  • notwendige Abstandsflächen zu anderen Gebäuden und Verkehrswegen sinnvoll nutzen (z.B. begrünte PKW-Stellplätze)
  • Mehrfachnutzung von Verkehrsflächen (befestigte Wohnwege als Feuerwehrzufahrt)

Führung der internen Ver- und Entsorgungsleitungen optimieren:

  • möglichst von einem einzigen städtischen Anschluss aus
  • bei Reihenhäusern und Hauszeilen Längsverteilung im Keller mit einer Übergabestelle pro Gebäude

Gebäudegestalt

Kompakte Baukörpergestaltung
  • Verhältnis Außenwand zu umbautem Raum unter 0,25 im Geschosswohnungsbau, unter 0,3 im verdichteten Flachbau anstreben
  • Verhältnis umbauter Raum zu Wohnfläche unter 4,5 anstreben
  • Verhältnis Außenwand- zu Wohnfläche optimieren, da Hüllflächen besonders kostenwirksame Bauteile sind
  • "Kühlrippen-Architektur" vermeiden
  • Fensterkennwert unter 0,15 m² pro 1,00 m² Wohnfläche
  • flache Pultdächer erfordern Dachentwässerung nur an einer Seite
  • bei einer Gebäudetiefe von 10 bis 12 m stellt das geneigte Satteldach mit 35 bis 45' Dachneigung die wirtschaftlichste Lösung dar
Bau- und Raumprogramm
  • Beschränkung auf wenige, immer wiederkehrende Bautypen
  • optimal: 4 Geschosse (kein Aufzug nötig; keine erhöhten Brandschutzaufwendungen)
  • Verhältnis Außenwand- zu Wohnfläche optimieren, da Hüllflächen besonders kostenwirksame Bauteile sind
  • Einbeziehung des Dachgeschosses in die Wohnnutzung entweder sofort oder als Raum-Reserve zum späteren Ausbau
  • barrierefreie Erschließung wenigstens des Erdgeschosses
  • Treppenhausnutzung optimieren: Drei- oder Vierspänner
  • Verkehrsfläche zu Wohnfläche im Verhältnis ca. 0,22
  • evtl. innenliegende Treppenhäuser; dadurch bessere Nutzung der Fassadenfläche für die Belichtung tiefer Wohnungen

Optimierung des Tragwerkes

Tragwerk allgemein

  • Tragwerk allgemein
  • Lastfluss optimieren, ausgehend von den unteren Geschossen (Tiefgarage, gewerbliche Nutzung)
  • Abstimmung der Gebäude- und Bauteilabmessungen auf lieferbare Steinformate, Fertigteile und Halbfertigteile
  • zweiachsige Spannrichtung ermöglicht Verringerung der Deckenstärke gegenüber einachsiger Lastabtragung; Deckendicke > 16 cm (Schallschutz)
  • gleiche Spannweiten zwischen tragenden Wänden; Stützweiten < 6 m, besser < 5 m
  • deckengleiche Fensterstürze und Unterzüge erfordern weniger Schalungsaufwand, sind kostengünstiger zu erstellen
  • materialintensive Bauteile für mehrere Funktionen heranziehen; massive, schallschützende Wohnungstrennwände als tragende Querwand-Schotten

Fundamente und Bauwerkssohlen

  • Verringerung der Auflasten durch Konstruktionsoptimierung und gleichmäßige Lastverteilung ermöglichen geringere Fundamentabmessungen
  • bei Vorliegen eines Bodengutachtens eventuell möglich: 1) zulässige Bodenpressungen besser ausnutzen (ohne Risikozuschläge) 2) Reduzierung der Fundamentbreiten unter den Haupttraggliedern
  • bewährt: Kombination von Bodenplatte und niedrigen Streifen- bzw. Muldenfundamenten

tragende Wände

  • tragende Wände von 11,5 cm Dicke sind bis zu vier Vollgeschossen möglich, sonst 17,5 cm
  • weniger nicht tragende, mehr tragende Innenwände bei verringerten Spannweiten
  • auf aussteifende Wände kann verzichtet werden, wenn ein statischer Nachweis nach DIN 1053-1, für eine unten und oben gehaltene Wand geführt wird
  • tragende Wände müssen geschossweise übereinander stehen
  • KS-Plansteinmauerwerk ist ab d = 17,5 cm mit Rohdichteklasse 1,8 als Brandwand geeignet

Baukonstruktion - Primärstruktur

  • Verwendung von großformatigen KS-Steinen (KS-R) bzw. KS XL

Ausbau-Aufwand sparende Oberflächen einplanen:

  • Mauerwerkswände mit Dünnlagenputz, Fertigteildecken, die unverputzt bleiben können
  • Verwendung von Dünnlagenputz erspart nicht nur Kosten, der Wohnflächenabzug von 3% entfällt = Flächengewinn
  • Verzicht auf Estrich im Keller bzw. in der Tiefgarage; Betonsohle lediglich durch Abreiben glätten

Festlegung der Geschosshöhe

  • Steinformate beachten
  • lichte Rohbauhöhe im Keller von z.B. nur 2,25 m bringt Einsparungen, auch bei den Aushubmassen der Baugrube
  • lichte Geschosshöhe auf 2,40 m reduzieren (lichte Rohbauhöhe: 2,51 m)
  • Treppensteigungen beachten, also z.B. 2 mal 7 Steigungen

Wärmeschutz

  • 17,5 cm KS + 10 cm Wärmedämmverbundsystem erbringt U = 0,35 W/(m² K)
  • bei zweischaligem Mauerwerk auf Luftschicht zwischen Verblendung und Wärmedämmung verzichten; erbringt Wohnflächengewinn

Schallschutz

  • Zweischalige Haustrennwände: 2 x 11,5 cm KS, Rohdichteklasse 2,0, mit 2 x 10 mm Putz haben ein Schalldämm-Maß von R' = 67 dB; zum Vergleich die Schallschutzanforderungen nach DIN 4109: R'w = 57 dB, die Empfehlungen für erhöhten Schallschutz nach Beiblatt 2 zur DIN 4109: R'w > 67 dB
  • Wohnungstrenn- und Treppenhauswände: KS, Rohdichteklasse 2,0, mit 2 x 10 mm Putz 
    mit 20 cm-Stein: R'W = 53 dB, das entspricht den Schallschutzanforderungen nach DIN 4109 
    mit 24 cm-Stein: R'W = 55 dB, das entspricht den Empfehlungen für erhöhten Schallschutz nach Beiblatt 2 zur DIN 4109

Feuchteschutz

  • bei glattem Kelleraußenmauerwerk (z.B. KS XL) ist das Aufbringen einer Schweißbahn ohne Unterputz oder einer Bitumendickbeschichtung (KMB) kostengünstiger und effektiver als Sperrputz mit Bitumenanstrich

nicht tragende Wände

  • je nach Art der Ausführung genügen Trennwanddicken von nur 7 oder 10 cm
  • bei Verwendung von KS XL ist der Einsatz von Dünnlagenputz möglich

Treppen

  • gerade laufende Treppen mit rechtwinkligen Stufen sind kostengünstiger als gewendelte eine Verringerung der Auftritttiefe vermindert die Lauflänge der Treppe
  • weniger Treppenstufen und verkürzte Lauflängen sparen Treppenhaus - zugunsten Wohnfläche
  • auch gerade laufende Geländer sind kostengünstiger als gewendelte

weitgehende Verwendung vorgefertigter Bauteile einplanen

  • Balkone separat vor die Fassade stellen/thermisch trennen
  • vorgefertigte Treppen ersparen gesonderte Bautreppen, lassen sich zeitsparend montieren und erfüllen mit Neopren-Auflager Schallschutzanforderungen
  • Dach-Verbundelemente mit integrierter Wärmedämmung, Unterspannbahn und fertiger Untersicht stellen bei großen, durchgehenden Dachflächen eine kostengünstige Alternative dar
  • Dachgauben eignen sich für die zeit- und kostensparende Vorfertigung
  • Fertigteil-Lichtschächte verwenden

Baukonstruktion - Sekundärstruktur

  • konstruktive Trennung der Installationen von tragenden Bauteilen und Wohnungstrennwänden (Schallschutz, Zugänglichkeit)
  • raumhohe Türelemente sind meist kostengünstiger als Mauerwerk mit Sturzausbildung

Leitungsschlitze vermeiden

  • Vorwandinstallation
  • Leitungen für Reparaturen und Nachinstallationen zugänglich lassen, z.B. offene Leitungsführung in einem Abstellraum hinter dem Bad
  • Verzicht auf Heizkörpernischen
  • nur eine Installationswand im Bad/WC

Elektroinstallation

  • obere Verteilung: Leerrohre in der Betondecke (für Lichtstrom) vorsehen
  • untere Verteilung: Steckdosenkreislauf; Leitungen in ca. 4 bis 5 cm über Rohfußboden an der Wand befestigen, Schlitze bis zur Steckdosenhöhe sauber fräsen

einfache Erstausstattung; Nachrüsten ermöglichen

  • nur notwendige Türen einbauen
  • generell keine Küchenausstattung
  • Badausstattung mit einfachen Sanitärobjekten
  • Tapezieren den Mietern/Käufern überlassen

Ausführungsplanung

  • zeitliche und örtliche Gewerkeentflechtung anstreben
  • projektweise vorgefertigte Elemente statt Ortbeton vorsehen
  • Verwendung deckengleicher Unterzüge anstelle örtlich geschalter Unterzüge
  • Ringbalken auf der Baustelle vorfertigen oder KS-U-Schalen verwenden
  • Objekt in überschaubare Abschnitte einteilen
  • Know-how der Bauausführenden einbinden
  • Baustelleneinrichtungsplan mit ausführenden Unternehmen und Anschlussgewerken abstimmen
  • detaillierte Beschreibung der verfügbaren Geräte (Hebezeuge) und Lagerflächen; Mitbenutzungsmöglichkeiten in die Ausschreibung einarbeiten

Dokumentation

  • Bautagebuch führen
  • genaue Rechnungsprüfung hinsichtlich Leistungen, aufgeführter Massen usw. im Vergleich zum Angebot
  • tatsächlich angefallene Kosten mit Voranschlag vergleichen
  • Einsparungseffekte herausfiltern und bewerten
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Baustelle

Ausführungsplanung im Baubüro

  • Leistungsverzeichnis-Vorbemerkungen auf Besonderheiten prüfen
  • alle Ausführungspläne vorhanden?
  • Übereinstimmung der LV-Positionen mit Ausführungszeichnungen prüfen
  • Terminplanung realistisch?
  • Personalbedarf festlegen
  • Geräte-/Maschinenbedarf festlegen
  • Materialbedarfslisten für die verschiedenen Ausführungsabschnitte
  • Anlieferung mit Baustofflieferanten auf Montagezeiten abstimmen ("Just-in-time-Lieferung" zur Minimierung der Lagerflächen) 
  • Verlegeplan nötig?
  • wer fertigt Pass-Stücke: KS-Werk oder Baustelle?
  • Baustelleneinrichtungsplan OK?
  • prüfen, ob (bausteIIengefertigte) Fertigteile statt Ortbeton eingesetzt werden können

rationelle Arbeitstechniken nutzen:

  • Stumpfstoßtechnik, Verwendung von Flachankern
  • Dünnbettvermörtelung in der Lagerfuge
  • Reihenverlegung ohne Stoßfugenvermörtelung
  • bei Handvermauerung: Steine mit ergonomischen Griffhilfen verwenden

Baustelleneinrichtungsplanung

  • Keine Behinderung durch andere Arbeitsgruppen?
  • Ist Platz vorhanden für die erforderlichen Materialien?
  • Materialbereitstellung (Steine + Mörtel)
  • Verlegepläne vorhanden und richtig?

Material und Hilfsmittel

Logistische Eckpunkte

  • Steinbereitstellung
  • Mörtelbereitstellung
  • Mörtelschlitten, andere Kleingeräte und Werkzeuge
  • Steinknacker
  • Mauerlehren, Mess- und Nivelliergeräte
  • Rollgerüste
  • Versetzgerät, Bügelgreifer
  • Zeitvorgaben und Zeiterfassung

Mauerlehren, Mörtelschlitten

  • Ecklehnen verwenden
  • Öffnungslehren verwenden
  • zu den Wanddicken passende Mörtelschlitten bereitstellen

Versetzgerät, Bügelgreifer, Steinpakete

  • Aufstellung des Versetzgerätes bis 5 m hinter der Mauer
  • Steine zwischen Kran und Mauer und möglichst dicht bereitstellen
  • Verfahrbarkeit parallel zur Wand gewährleisten
  • Keine Abstufungen mauern, sondern Minikran verfahren
  • Die Steinstapel müssen ohne Bewegen mit dem Greifer aufgenommen werden können
  • Die Sicherheitsbestimmungen der Bau-BG sind einzuhalten

Steinknacker

  • Aufstellung an der Verarbeitungsstelle
  • kurze Wege
  • Anschläge vorsehen

Arbeitsvorbereitung

Rohbauinformationen in die Werkpläne eintragen

  • genaue Materialbezeichnungen von Steinen und Mörtel für die Wände
  • ggf. Hinweise zur Verfugung
  • Höhensprünge in Fußboden oder Decke
  • Besonderheiten der ersten Schicht wie Dicke des Mörtelbetts bzw. einer erforderlichen Ausgleichsschicht, damit die geplante Geschosshöhe mit Normalsteinen und ohne weitere Ausgleichsschichten am oberen Mauerende erreicht werden kann
  • Ausbildung der Wandanschlüsse, spezielle Fenster- und Türsturzdetails
  • Formsteine, Rollladenkästen
  • Details wie Durchbrüche, Aussparungen, Brüstungshöhen, Sperrlagen in der Wand (z. B. im Keller)

Dispositionsliste erstellen

  • Sondersteine, Fertigteile
  • Pass-Steine mit Größen- und Wandbezeichnung
  • Flachanker für den Stumpfstoß
  • Mauerlehren
  • Rollgerüste
  • Kleingeräte und Werkzeuge
  • Versetzgerät(e)
  • Greifzangen für die Steinversetzung
  • Krangreifer für den Transport der Steinpakete mit dem Turmdrehkran auf der Baustelle
  • Steinkörbe und Krangreifer bzw. Zangen zur Lieferung der Steine und zum Arbeitsablauf passend

Arbeitsablauf je Wand im Geschossgrundriss

  • Minikran-Standorte und Fahrtrouten
  • Standorte von Steinpaketen und Steinknackern
  • Standorte der Mauerlehren im Grundriss. Sicherstellen, dass sie die Maurerteams, den Materialtransport und die Standorte, Fahrwege des Versetzgerätes nicht behindern
  • Steinpakete für jede Mauer
  • Wanne für Normalmörtel für das Versetzen der Kimmschicht vorsehen
  • Wandabstand ca. 80 cm als freien Arbeits- und Verkehrsraum vor der Wand einhalten - abhängig von der Paketgröße der Steine und dem Platzbedarf für das Rollgerüst. Damit können Pass-Steine auf Rollbrett oder Karre sowie der Dünnbettmörteleimer flexibel bereitgestellt werden
  • Wenn die Stützen der Deckenschalung im unteren Geschoss nicht mehr stehen: Standorte der Steinpakete wegen der Deckenbelastung ggf. mit dem Statiker abstimmen
  • Platz für die Bereitstellung von Sondersteinen, Fertigteilen und Pass-Steinen

Bestelliste erstellen

  • Steinmengen
  • Steintypen
  • Abmessungen und Rohdichten
  • Details über Verpackung, Steinstapel und Verarbeitung

Arbeitsvorbereitung am Arbeitsplatz

  • Zeichnungsinformationen auf den Boden übertragen
  • Steinbereitstellung vornehmen entsprechend Greifzange, Versetzgerät (Fahrweg, Reichweite), Maurer, Sicherheitsbestimmungen (Steinkorb)
  • Mörtelbereitstellung (fahrbare Mörtelkübel für die Kimmschicht Abstand von der Wand 60 -120 cm)

Erfolgskontrolle

Wenn die Baustelle läuft, sollte sich der Polier immer folgende Kontrollfragen stellen:

  • Werden Wartezeiten durch falsch bestelltes oder fehlendes Material, fehlende Hilfsmittel, anderweitig benötigten Turmdrehkran, fehlende Planunterlagen usw. systematisch vermieden?
  • Sind die Materiallieferungen so terminiert, dass sie die Baustelle nicht verstopfen und trotzdem der Nachschub funktioniert?
  • Werden die Steinpakete an den markierten Stellen bereitgestellt und verstopfen auch nicht die Geschossdecke?
  • Werden überzählige Steinpakete noch vor dem Einschalen der nächsten Decke bzw. vor dem Aufschlagen des Dachstuhls umgesetzt?
  • Werden vor dem Einschalen der nächsten Decke die Steine für die später zu erstellenden nicht tragenden Wände bereitgestellt?
  • Werden Pass-Steine am Einsatzort geknackt?
  • Werden die Mörtelschlitten konsequent eingesetzt und wird keine unnötige Zeit und Kraft durch Kellenauftrag vertan?
  • Sind die Mörtelkübel in richtigem Abstand an den Stellen aufgestellt, an denen ein zunächst "gehäuft gefüllter" Mörtelschlitten leer ankommt?
  • Sind die verfügbaren Mitarbeiter des Rohbauteams alle so eingesetzt, dass sich mit dem Stellen von Mauerlehren, dem Anlegen erster Steinschichten, Mörtel bereitstellen, Sägen und Feinarbeiten sowie allgemeinen Baustellenarbeiten ein lückenlos fließender Arbeitsprozess ergibt, ohne gegenseitige Behinderungen und "Unbeteiligte"?
  • Werden die vorgeschriebenen Flachanker für den Stumpfstoß im Hochmauem eingelegt?
  • Gelingt es, die Aufgaben des Maurerteams rotieren zu lassen? (... um eine gleichmäI3ige Belastung und damit insgesamt auch eine höhere Langzeitleistung zu erreichen)
  • Sammelt das Maurerteam in regelmäßigen Abständen (wenn ein neues Geschoss oder eine neue Baustelle angefangen wird) Lob für Erfolge und Ideen zur Verbesserung des Produktionsablaufs und der Produktionsrandbedingungen?
  • Werden die Steine so bereitgestellt, dass sie beim Mauern nicht behindern?
  • Sind sonstige Stolperfallen - aus der Bodenplatte herausragende Armierungseisen, Kabel, Bauholz, Schutt, kleine Steinstapel, Werkzeug usw. - entfernt und ist ein wirklich sauberer, ,,besenreiner" Arbeitsplatz gegeben?
  • Ist eine Kleinmulde für Bauabfälle auf der Geschossdecke bereitgestellt und wird sie auch genutzt?
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Städtebau

Instrumente des Baugesetzbuches ausschöpfen

  • städtebauliche Verträge und Erschließungsverträge zwischen Gemeinde und Investoren
  • Zusammenarbeit von Gemeinde, Investor und Planer anstreben
  • Kosten-Nutzen-Optimierung der Erschließung neuer Wohngebiete
  • Zielsetzung des kosten- und flächensparenden Bauens (ohne Qualitätsverlust) als Priorität

Flächen sparen

  • "Nachverdichtung" älterer Siedlungen mit Anschluss an vorhandene Infrastruktur spart Erschließungskosten
  • Abstandsflächen sinnvoll nutzen (PKW-Stellplätze, kleine Nebengebäude)
  • Minimierung der Erschließungsflächen durch verdichteten Flachbau
  • Mischnutzung befestigter Verkehrsflächen: verkehrsberuhigte Wohnstraßen auch für Radfahrer und Fußgänger, ohne Bevorrechtigung des motorisierten Verkehrs

Erschließungskosten sparen

  • Anpassung der Straßen an die Geländetopografie (statt Stützmauem begrünte Böschungen)
  • Wohnwege (nur für Feuerwehr, Taxis, Möbelwagen) statt voll ausgebauter Straßen 
  • Reduzierung des Unterbaues von Erschließungsstraßen auf die durchschnittlich zu erwartende Belastung
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