KS-Bayern e.V.
Aktuelles vom Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V. 12.06.2019 print

Kalksandsteinabsatz 2018 bleibt stabil

+++ Rund 0,4 Prozent mehr Kalksandsteine abgesetzt
+++ Aussichten für 2019 positiv
+++ 125 Jahre industrielle Kalksandsteinproduktion

„Die deutsche Kalksandsteinindustrie hat das Jahr 2018 mit einem kleinen Absatzanstieg von rund 0,4 Prozent bei regionalen Unterschieden abgeschlossen. Damit hatten wir ein stabiles vergangenes Jahr, auch wenn wir uns etwas mehr erhofft hatten“, eröffnet Jochen Bayer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie e.V. (BV KSI), die Mitgliederversammlung Ende Mai in Amsterdam.

„Die Fertigstellungszahlen von 2018 zeigen uns, dass tatsächlich auch nicht viel mehr für unsere Industrie drin gewesen ist, denn auch die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen ist lediglich um 0,4 Prozent auf insgesamt rund 285.900 Wohneinheiten gestiegen. Viel zu wenig um den großen Bedarf von dringend benötigtem Wohnraum zu decken“, so Bayer weiter.

Dass die Wachstumsziele für das Jahr 2018 nicht erreicht wurden, verwundere, da die Prognosen für die deutsche Bauwirtschaft grundsätzlich positiv waren. Die eigentlichen Probleme lägen demnach woanders: Zum einen seien dies die knappen Kapazitäten und langen Wartezeiten bei den ausführenden Gewerken. Bayer betonte ebenso, dass sich darüber hinaus der Fachkräftemangel voll auf den Bausektor niederschlage.

Der stellvertretende Vorsitzende des BV KSI, Rudolf Dombrink, ergänzte: „Für das Jahr 2019 sind wir dennoch optimistisch und prognostizieren ein Absatzplus von etwa 2 Prozent, erneut bei teils erheblichen regionalen Unterschieden.“ Diese positive Perspektive führt die KS-Industrie auf die weiterhin guten Rahmenbedingungen zurück. Dazu gehört das weiterhin niedrige Zinsniveau, eine gute Einkommens- und Arbeitsplatzentwicklung, der Mangel an attraktiven Anlagemöglichkeiten, den nach wie vor sehr großen Bauüberhang sowie die zumindest im mehrgeschossigen Wohnungsbau noch positiven Genehmigungszahlen.

Damit diese Prognose Realität werden kann, ist die Politik gefragt, weitere und deutlichere Impulse zu setzen. Nur so kann das gesteckte Ziel von 1,5 Millionen neuen Wohnungen bis zum Ende der Legislaturperiode erreicht werden. Mit einem Baukindergeld, einer zeitlich befristeten Sonderabschreibung oder der Verschärfung der Mietpreisbremse allein wird weder schneller für junge Familien gebaut noch städtisches Wohnen für Normalverdiener günstiger.

Auch modulares Bauen, wie es manche Politiker fordern, kann mehr Wohnraum schaffen. Kalksandstein ist für diese Bauweise bestens geeignet. Großformatige Kalksandsteinelemente sind die optimale Basis für vielfältige und modulare Projekte in Massivbauweise. Sie stehen für einen schnellen Baufortschritt und präzise Qualität.   Weitere Impulse, wie die Vereinfachung der Bauvorschriften, die Erhöhung der linearen Abschreibung von 2 auf mindestens 3 Prozent oder die verbilligte Abgabe von Bundesimmobilien müssen schnellstmöglich folgen. Sonst bleibt es weiterhin volatil, unberechenbar und kaum zu planen, was in den kommenden Jahren auf die Bau- und Baustoffindustrie zukommt. Umso wichtiger ist es, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen und sich gemeinsamen Zielen verpflichtet sehen. Vor diesem Hintergrund ist die Ankündigung einer „Holzbau-Offensive“ der baden-württembergischen Landesregierung Ende 2018 höchst irritierend. Bis 2023 sollen rund 17 Millionen Euro investiert werden, um den Holzbau in Baden-Württemberg voranzubringen. Eine solche Wettbewerbsverzerrung kann durch die Mauerwerksindustrie nicht hingenommen werden. Die Politik ist angehalten, den fairen Wettbewerb zu fördern. Keine Bauweise ist einer anderen vorzuziehen. Das gilt für die Bevorzugung von Holz- oder Holzhybridkonstruktionen genauso wie für eine auffällige Forcierung der Betonbauweise.  

„Doch das Jahr 2019 ist nicht nur baupolitisch sehr spannend. Es markiert auch einen Meilenstein in der Geschichte der deutschen Kalksandsteinindustrie. Denn 1894 begann die industrielle Kalksandsteinfertigung mit Einführung der ersten automatischen Steinpresse in einem Maurerbetrieb in Neumünster“, erläutert Roland Meißner, Geschäftsführer des BV KSI, zum Ende der Mitgliederversammlung. „Unser 125-Jähriges ist also ein Grund zu feiern und das Jubiläumsjahr mit einer Vielzahl von Aktionen zu begleiten.“  

Meißners Abschlussapell: „Wenn die Politik die richtigen Entscheidungen trifft und nicht nur in Fünf-Jahres-Rhythmen denkt, sondern langfristig agiert, werden auch die Herausforderungen kleiner als bisher. Hierzu gehört überdies die Definition eines neuen Nachhaltigkeitsansatzes, für den die Kalksandsteinindustrie bereits seit 125 Jahren steht: Global denken, lokal agieren und Wohnraum schaffen, in dem die Menschen sich wohlfühlen – denn nur das ist die wirkliche Nachhaltigkeit für die Zukunft!“

Jochen Bayer, Vorstandsvorsitzender beim Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. und sein Stellvertreter, Rudolf Dombrink, begrüßen die Teilnehmer der Jahrestagung in Amsterdam.
Foto: Henning Stauch/Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V.

In Amsterdam erhielten alle Teilnehmer der diesjährigen Jahrestagung des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie e.V. wichtige Informationen aus der Industrie.
Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V.

„Das Jahr 2019 markiert einen Meilenstein in der Geschichte der deutschen Kalksandsteinindustrie. Denn 1894 begann die Erfolgsgeschichte der industriellen Kalksandsteinfertigung“, sagt Roland Meißner, Geschäftsführer Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.
Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V.

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