KS-Ost e.V.
Bauanwendung 17.03.2020 print

DIN 4109-5: Erhöhte Anforderungen an den Schallschutz verabschiedet

Nach Abschluss der der Einspruchsphase und der anschließenden Einspruchverhandlungen ist am 26.02.2020 „DIN 4109-5: Schallschutz im Hochbau – Erhöhte Anforderungen“ verabschiedet worden.

 Die neue Norm wird DIN 4109:1989 Beiblatt 2 sowie DIN SPEC 91314 ersetzen, in denen bisher Empfehlungen für einen gegenüber dem Mindestschallschutz in DIN 4109-1 erhöhten Schallschutz angegeben waren. Die wesentlichen Anforderungen der neuen Norm sind für den Bereich des Wohnungsbaus in der untenstehenden Tabelle 1 Anforderungen bzw. Empfehlungen weiterer Normen und Richtlinien zum Schallschutz gegenübergestellt. Bei den Anforderungen für Mehrfamilienhäuser wurden die Werte für den Luftschall von R’w = 55 dB auf R’w = 56 dB für die horizontale und R’w = 57 dB für die vertikale Übertragung dahingehend angepasst, dass mit einer Differenz von 3 dB ein wahrnehmbarer Unterschied zum Mindestschallschutz besteht. Diese Anforderungen entsprechen den bereits seit vielen Jahren von der Kalksandsteinindustrie ausgesprochenen Empfehlungen.

Bei den Reihen- und Doppelhäusern gab es im Gegensatz zu den Mehrfamilienhäusern noch einige deutliche Änderungen im Zuge des Einspruchsverfahrens. Für die Anforderung an die Luftschallübertragung im untersten Geschoss war im Entwurf abweichend vom bisherigen Wert in Beiblatt 2 und der Empfehlung der Kalksandsteinindustrie (R’w = 67 dB) eine Anforderung von R’w = 64 dB festgelegt worden. Dieser Wert wurde in der Einspruchsverhandlung – entgegen der Position der Kalksandsteinindustrie – auf R’w = 62 dB abgesenkt. Weiterhin wurde die Anforderung an die Schalldämmung zwischen Räumen unter denen mindestens ein Geschoss vorhanden ist, für den Fall, dass es sich bei diesem um eine Weiße Wanne mit durchlaufenden flankierenden Außenwänden handelt, von R’w = 67 dB auf R’w = 64 dB abgesenkt (siehe Fußnote 6 in Tabelle 1). Diese Änderungen sind vor dem Hintergrund, dass es sich bei dem beschriebenen Schallschutzniveau um erhöhte Anforderungen handelt, nicht nachvollziehbar. Mit Konstruktionen aus Kalksandstein kann ein deutlich besserer Schallschutz erreicht werden.

Eine weitere wesentliche Änderung gegenüber DIN 4109:1989 Beiblatt 2 ist, dass in DIN 4109-5 keine Festlegungen zum Schallschutz innerhalb des eigenen Wohnbereichs mehr getroffen werden. Sollen hierzu dennoch vertragliche Vereinbarungen zwischen den Baubeteiligten getroffen werden (was in vielen Fällen dringend zu empfehlen ist), kann hierfür das DEGA Memorandum BR 0104 „Schallschutz im eigenen Wohnbereich“ herangezogen werden. Der dort festgelegte Wert für den Schallschutz von Wänden in der Schallschutzklasse EW 3 (guter Schallschutz mit hoher Zufriedenheit der Nutzer) entspricht mit R’w = 47 dB der Empfehlung der Kalksandsteinindustrie. Die unten stehende Tabelle 1 sowie das DEGA Memorandum BR 0104 haben wir im Anlagenorder für Sie hinterlegt.

Download DEGA Memorandum BR 0104 (636 KB)

Tabelle 1: Übersicht über Anforderungen und Empfehlungen zum baulichen Schallschutz

Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V.
Entenfangweg 15
30419 Hannover

info@kalksandstein.de
www.kalksandstein.de

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