KS-West e.V.
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    Werkberichte sind Beschreibungen des Bauvorhabens durch den Architekten.



Kinderkrippe Erlangen

Das schwierige Grundstück im Wasserschutz- und Überschwemmungsgebiet wurde dem Humanistischen Verband Deutschlands (HVD)-Bayern von der Kommune als Standort für die viergruppige Kinderkrippe angeboten. Das vorgefundene Geländeniveau musste zunächst zwei Meter aufgefüllt werden um das Gebäude über dem angenommenen Wasserstand eines Jahrhunderthochwassers bauen zu können. Da die Auffüllung von der Kommune getragen wurde beschränkte sich der öffentliche Zuschussgeber nicht auf die üblichen Vorgaben sondern nahm auch unmittelbar Einfluss auf Grundstücksgröße, Baukörperform, Entwurf und Gestaltung. Zugeständnisse wie die Zusammenlegung mehrerer, ohnehin vorgeschriebener Funktionsbereiche zu großzügigen Spielbereichen bedurften langwierigen Diskussionen.

Der Zugang liegt von der Straße zurückgesetzt und erfolgt geschützt von einer Grünzone mit Fuß- und Radweg. Über einen unbeheizten Windfang betritt man das Gebäude und wird von einer großzügigen Eingangszone empfangen, in der ohnehin notwendige Funktionsbereiche wie Flure, Elternwartebereich und Küche zusammengelegt sind. Das Leitungszimmer befindet sich unmittelbar neben dem Eingang ebenso das abgeschlossene Treppenhaus mit Behindertenaufzug zum Obergeschoss.

Die Glastüren zur Küche waren lebensmittelrechtlich erforderlich und können weit geöffnet werden. Von einem Podest aus können sich die Kinder aktiv an der Küchenarbeit beteiligen. Über den Kindergarderoben wurden Einbauschränke bis zur Decke geplant, diese bieten ausreichend Stauraum für das jahreszeitlich wechselnde pädagogische Material.

Garderoben, Küchen, Einbauschränke und die Sanitärbereiche wurden individuell entworfen und angefertigt, ebenso die Spiel- und Schlafpodeste in den Gruppenräumen, die unterschiedliche Erlebnisbereiche, Rückzugsmöglichkeiten oder Ruheräume bieten.

In jedem der beiden Stockwerke gibt es zwei Gruppen, jeweils mit Haupt- und Nebenraum und Sanitärbereich. Alle Räume haben Sichtverbindungen zu den angrenzenden Räumen. So behalten nicht nur die Erzieherinnen beim Wickeln eines Kindes den Rest der Gruppe im Auge, sondern können die Kleinen auch ihre Spielkameraden der Nachbargruppe beobachten.

Wie im Erdgeschoss schafft auch im Obergeschoss eine Fluraufweitung eine gemeinsame Spielfläche außerhalb der Gruppenbereiche, die sich bei gutem Wetter auf einer angrenzenden Dachterrasse im Freien fortsetzt. In einer Wandnische mit Schiebetüre ist Platz für eine Kleinküche zum Aufwärmen von Zwischenmahlzeiten oder Tee, was lange Wege zur Küche im Erdgeschoss erspart.

An den Südseiten der Gruppenräume im Obergeschoss befindet sich der obligatorische „Flucht“-balkon. Als kleiner Ersatz für den fehlenden unmittelbaren Zugang zum Garten wurde der Balkon so breit angelegt, dass er sich als Spielfläche eignet. Durch die Anordnung des Sonnenschutzes vor dem Balkongeländer entsteht im Sommer ein luftiger und schattiger Freispielbereich.

Vom Balkon aus führt eine Stahltreppe zum Garten, der mit allen altersgerechten Einrichtungen ausgestattet ist.

Mit genau zwei Jahren vom Erstgespräch bis zur Einweihung wurde der knappe Zeit-, aber auch der Kostenrahmen vollständig eingehalten.

 

Kinderkrippe Erlangen

Vom Leitungszimmer aus hat man den Eingang im Blick, vom Windfang aus erreicht man den überdachten Kinderwagenstellplatz innerhalb des eingezäunten Areals. Das Flachdach über dem Leitungszimmer dient als Schattenspielbereich im Freien.

Vom Windfang rechts im Bild betritt man den großzügigen Empfangs- und Spielbereich mit Elternwartezone und der offenen Küche. Vom Podest zwischen Gummistiefelschrank und Küche aus können die Kinder mitkochen.

Auch der Flur im Obergeschoss weitet sich zu einer gemeinsamen Spielfläche. In der Wandnische mit Schiebetüre ist Platz für eine kleine Tee- und Aufwärmküche. Die Einbauschränke über den Garderoben bieten ausreichend Staufläche für diverses pädagogisches Material.

Kletterpodest, Höhle und Schlafkoje im Nebenraum mit Blick zum Gruppenraum. Das kleine Fenster im Hintergrund gewährt Sichtkontakt zur Nachbargruppe.

Auch die Sanitärbereiche mit Wickeltischen und den „Spiel“-Badewannen wurden von den Architekten entworfen und individuell angefertigt.

Der obligatorische „Fluchtbalkon“ vor den Gruppenräumen ist zur Spielfläche aufgeweitet. Durch den außen angebrachten Sonnenschutz entsteht auch im Sommer ein luftiger und schattiger Freibereich.

Die Böschungen der zwei Meter hohen Geländeauffüllung wurden bepflanzt, so kann das Areal in die Umgebung „einwachsen“.

Vom Spielbalkon im Obergeschoss führt die Außentreppe zu den Freiflächen im Garten.

Projektdaten
Nichtwohnbau: Kindergärten / Schulen und Unterrichtsgebäude
91056 Erlangen
Bauvorhaben:

Neubau einer Kinderkrippe

Architekt:

Anton Graf

-Architekt-     

Moritzbergstraße 61

90482 Nürnberg

www.antongraf-architekt.de

Bauherr:

Humanistischer Verband Deutschlands / Bayern

Kinkelstraße 12

90482 Nürnberg

Bauunternehmer:

BRS-Bau GmbH

Klaus-Aepfelbach-Straße 2

98673 Crock

 

Bauweise:

Kalksandstein und Stahlbeton mit WDVS

Fertigstellung:

10/2015

Produkt:

KS-Planstein

Sonstiges:

Energiestandards:

Die Anforderungen der EnEV (2009) werden um 20% unterschritten

 
Ansprechpartner:

KS ORIGINAL

Kalksandstein-Bauberatung Bayern GmbH

Rückersdorfer Str. 18
90552 Röthenbach a. d. Pegnitz
Tel.: 0911 540730
Fax: 0911 5407310
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