Wer den Sozialwohnungsbestand stabilisieren will, darf Neubau nicht zur zweitbesten Lösung machen.
Der Sozialwohnungsbestand in Deutschland sinkt weiter. Das ist in erster Linie kein Verwaltungsproblem. Das ist ein Bauproblem.
Zahlen der Bundesregierung für das Jahr 2024 auf eine Anfrage der Abgeordneten Caren Lay (Die Linke) zeigen erneut: Trotz deutlich erhöhter Bundesmittel entstehen zu wenige neue Sozialwohnungen, um auslaufende Bindungen auszugleichen. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit rund 56.300 Wohneinheiten gefördert und damit etwa zehn Prozent weniger als noch im Jahr 2024 (rund 61.900). Derweil ging auch der bundesweite Bestand an Sozialwohnungen im vergangenen Jahr erneut zurück. Bundesweit gab es 2025 über 13.000 Sozialwohnungen weniger als noch im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 1,5 Prozent.
Gleichzeitig bleibt der Bedarf im bezahlbaren Segment enorm.
Dass der Bund die Mittel für den sozialen Wohnungsbau signifikant erhöht hat, ist richtig. Auch mehrjährige Verwaltungsvereinbarungen mit den Ländern schaffen mehr Planungssicherheit. Das ist ein wichtiger Schritt.
Aber jetzt muss aus Förderung wieder Neubau werden.
Genau daran muss sich die aktuelle Wohnungspolitik messen lassen.
Der Ankauf von Belegungsbindungen kann kurzfristig helfen. Er sichert vorhandene Wohnungen für berechtigte Haushalte. Aber er schafft keine einzige zusätzliche Wohnung. Deshalb ist er nicht falsch — aber er bleibt die zweitbeste Lösung.
Wenn der Sozialwohnungsbestand dauerhaft stabilisiert werden soll, braucht Deutschland mehr Neubau: wirtschaftlich, robust, seriell planbar und mit Bauweisen, die im Geschosswohnungsbau in großer Breite verfügbar sind.
Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht im Förderbescheid. Er entsteht, wenn Förderung, Planung und Baupraxis wieder zusammenpassen.
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